ANGELFISCHERVERBAND IM
LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS E.V.
11.09.2025

Ausgedehnter Flachwasserbereich in Geeste

Noch befindet sich an der ausgewählten Stelle ein Maisfeld.
An dieser Stelle entsteht der ausgedehnte Flachwasserbereich.

In der Gemeinde Geeste an der Ems entstand auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche, die sich nördlich vom Speicherbecken und westlich der B70 befindet, eine Flachwasserzone mit Auencharakter. Diese Maßnahme bot sich hier an, da die Fläche an den “Fischteichableiter”, ein Nebengewässer mit Anschluss an die Ems, angrenzt. Die Fläche erschien auch deshalb als sehr geeignet, weil sie sehr feucht ist und damit gute Voraussetzungen bietet, um Gewässerstrukturen zu integrieren.
Am 4. September begannen die Bauarbeiten für das unregelmäßig geformte Gewässer auf einer Fläche von etwa 140 x 75 Metern. Die Verbindung der Auenbereiche zum „Fischteichableiter“ bekam eine Breite von ca. 5 Metern. Die Sohle der Anbindung wurde nicht tiefer als die Sohle des „Fischteichableiters“.
Um die unproblematische Unterhaltung der Gewässer sicherzustellen, wurde die Verbindung des „Fischteichableiters“ zu den Auenbereichen als durchfahrbare Furt aus Schüttsteinen gestaltet. Dabei hat man darauf geachtet, dass die Rampen der Furt nicht steiler als 1:7 geneigt sind. Das Kleingewässer weist eine maximale Tiefe von 50 bis 150 Zentimeter auf. 

Flache Seitenbereiche

In den Seitenbereichen verringert sich die Wassertiefe auf 10 bis 50 Zentimeter, um flache und strukturreiche Uferzonen zu schaffen. Unterschiedliche Neigungen der Uferbereiche wurden ausgeprägt, um Wasserwechselzonen und eine Vielfalt an Lebensräumen zu entwickeln.
Bei der Maßnahme wurden die lokalen hydrologischen und geologischen Gegebenheiten berücksichtigt. Das Gewässer wurde so angelegt, dass es zu den Seitenbereichen deutlich flacher wird, mit Tiefen zwischen 10 bis 40 Zentimeter. Die tieferen Bereiche dienen zum Schutz und als Rückzugsort bei geringeren Wasserständen.
Dagegen sollen die flacheren Bereiche als Laichhabitate dienen. Die Uferbereiche wurden divers gestaltet. Dazu gehören Flächen mit unterschiedlichen Neigungen, Tiefen und Substrattypen. Dadurch bilden sich strukturreiche Wasserwechselzonen, die Lebensraum für viele unterschiedliche Pflanzen wie Wasserpflanzen und Röhrichtpflanzen bieten. 
Das Ziel der Maßnahme ist es, eine Flachwasserzone mit Auencharakter zu schaffen, die einen strukturreichen Lebensraum für aquatische und semiaquatische Tiere und Pflanzen bietet. Der neu gewonnene Lebensraum stärkt die Diversität und fördert wichtige Ökosystemleistungen.



Das neue Gewässer wird eine Verbindung zum Fischteichableiter (hier im Bild) bekommen.

Die Flachwasserzone ist in ihrer Ausdehnung erkennbar.

Noch befindet sich an der ausgewählten Stelle ein Maisfeld.

Wichtiger Lebensraum

Auen bieten wichtige Lebensräume für eine Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Sie sind jedoch, durch die Begradigung und das Eindeichen von Flüssen und die Landentwässerung, fast vollständig aus der Landschaft verschwunden. Auenlebensräumen wird jedoch eine wichtige Funktion als Laich- und Aufwuchsgebiet zuteil und sie erbringen essentielle Ökosystemleistungen. Im Fokus stehen dabei im Besonderen Aspekte des Fischarten- sowie Amphibienschutzes. Fischarten, die im Frühjahr laichen, nutzen die besonnten sich schnell erwärmenden Gewässer als Laich- und Aufwuchshabitat. Durch die entstehende Strukturvielfalt, ergeben sich auch neue Lebensräume für Amphibien, Insekten und Pflanzen.
Der Bodenaushub wurde auf der Maßnahmenfläche und dem angrenzenden Acker verbracht. Beide Flurstücke liegen nicht im Überschwemmungsgebiet.

Nutzung des Oberbodens

Der Oberboden wurde auf der verbleibenden Maßnahmenfläche und dem angrenzenden Acker eingeebnet. Zur Verfügung standen dort ca. 1,3 ha. Somit betrug die Mächtigkeit des Oberbodens nach Einebnung auf der Fläche ca. 0,18 Meter
Der ausgehobene Sand ging in das Eigentum des beauftragten Unternehmers über.
Die Unterhaltungspflicht des Gewässers obliegt nach Abschluss der Baumaßnahme dem Genehmigungsinhaber. Das Gewässer wird nach Abschluss der Bauarbeiten durch den Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. ökologisch begleitet, um die Zielsetzungen der Habitatentwicklung zu überprüfen und anzupassen.
Zusätzlich zu den Gewässern will die Naturschutzstiftung Emsland eine Laubgehölzhecke und Regiosaatgut anpflanzen.
Projektträger ist der Angelsportverein Geeste e.V., die Antragstellung verlief über den Angelfischerverband Weser-Ems e.V. Die Finanzierung erfolgt maßgeblich durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Außerdem sind die Stiftung Emsländische Gewässerlandschaften sowie der ASV Geeste mit einem Eigenanteil an der finanziellen Realisierung des Projektes beteiligt. 



Weitere Eindrücke von der Entstehungsphase des Gewässers