Laufverlegung
Fließgewässer in einem neuen Bett
Revitalisierung des Elsbachs
Im Frühjahr 2025 wurde ein Teilbereich des Elsbachs in der Gemeinde Salzbergen revitalisiert. Ziel der Maßnahme war die Schaffung von naturraumtypischen Bachstrukturen. Dies beinhaltet die Wiederherstellung eines reichhaltig strukturierten Bachlaufes in Verbindung mit kleinräumigen Auenstrukturen. Der naturferne ausgebaute Zustand des Gewässers wurde in Teilen durch einen neuen naturnahen Gewässerverlauf ersetzt. Darüber hinaus erfolgte die Herstellung der linearen Durchgängigkeit durch Umgehung eines vorhandenen Sohlabsturzes.
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Im Frühjahr 2025 wurde ein Teilbereich des Elsbachs revitalisiert. Der Bach entspringt im Landkreis Steinfurt (NRW), tritt im Bereich des Haddorfer Sees in den Landkreis Emsland (Niedersachsen) ein und durchzieht die Gemeinde Salzbergen. Der Elsbach gehört zu dem Bearbeitungsgebiet „Obere Ems“. Die Lauflänge auf niedersächsischem Gebiet beträgt 7,6 km (2,9 km in NRW). In diesem Bereich wurde das Gewässer dem Typ 18 (Löss-lehmgeprägte Tieflandbäche) zugeordnet und als erheblich verändertes Gewässer eingestuft (in NRW als erheblich veränderter, sandgeprägter Tieflandbach).
Ziel der Maßnahme war die Schaffung von naturraumtypischen Bachstrukturen. Dies beinhaltet die Wiederherstellung eines reichhaltig strukturierten Bachlaufes in Verbindung mit kleinräumigen Auenstrukturen. Dadurch wurde der zum Teil naturfern ausgebaute Zustand des Gewässers in Teilabschnitten durch einen neuen naturnahen Gewässerverlauf ersetzt.
Darüber hinaus erfolgte die Herstellung der linearen Durchgängigkeit durch Umgehung eines vorhandenen Sohlabsturzes. Die beantragten Maßnahmen waren ein Teil des Maßnahmenkatalogs zur Umsetzung des Gewässerentwicklungsplanes „Elsbach“.
In einem Abschnitt ca. 70 Meter unterhalb des vorhandenen Sohlabsturzes bis etwa 10 Meter oberhalb der Brücke der Straße „Im Holde“ wurde das Gewässer aus seinem vorherigen Bett auf einer Länge von ca. 120 Meter verlegt, um den naturnahen Verlauf mit angrenzender Aue zu schaffen. Dazu wurde der anstehende Oberboden auf einer Breite von etwa 5 bis 8 Meter bis in die entsprechenden Tiefen abgetragen.
Danach erfolgte die Profilierung des neuen naturnahen Gewässerverlaufes. In diesem Gewässerabschnitt wurde durch den gezielten Einbau von Strukturelementen (Totholz, Kies) ein reichhaltig strukturierter Gewässerabschnitt geschaffen. Die Anbindung an den Elsbach erfolgt dabei über den Bau einer Überlaufschwelle, mit einer Vor- und Nachbettsicherung, im vorherigen Verlauf. Der neue Verlauf hat im Abzweig an der Überlaufschwelle eine Sohlhöhe von ca. 26,10 Meter NN.
Durch die Schaffung des neuen Verlaufs mit Sekundäraue sowie der Herstellung einer Überlaufschwelle im Altlauf des Elsbachs erfolgt eine Vergrößerung des Abflussquerschnitts. Dadurch ist keine nachteilige Veränderung in Hochwasserphasen zu erwarten. Lediglich im Bereich zwischen dem vorherigen Sohlabsturz und der neuen Überlaufschwelle, welche sich in etwa gleicher Höhenlage wie der Oberkante des vorhandenen Sohlabsturzes befindet, erfolgt eine Anhebung des Wasserstandes.
Auf den ersten ca. 70 Meter zwischen altem Sohlabsturz und neuer Überlaufschwelle erfolgte eine teilweise Sohlanhebung, um den Fließgewässercharakter beibehalten zu können. Durch die Ausbildung eines mäandrierenden Gewässerverlaufs erhielt der Elsbach in diesem Teilstück einen etwas längeren Verlauf, und die Durchgängigkeit wurde wieder hergestellt. Der bestehende Altlauf blieb als Hochwasserentlaster und Sekundärbiotop bestehen.
Der seitlich einmündende Graben wurde mit einem Rohr in das Unterwasser des Altlaufes angebunden. Dabei dükert das Rohr den neuen Verlauf des Elsbaches. Die genaue Linienführung und Dimensionierung erfolgte im Rahmen der biologischen Baubegleitung durch den Fischereibiologen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems und orientierte sich an den vorhandenen Gefälleverhältnissen.
In Abschnitt von der Brücke der Straße „Im Holde“ bis Mündung Ems erfolgte auf einer Länge von etwa 300 Meter eine Kombination aus gezieltem Einbau von Strukturelementen (Totholz, Kies) sowie einer kleinräumigen Teilverlegung, um die Dynamik des Gewässers zu fördern. Damit wird die Ausbildung eines gut strukturierten Bachlaufes mit Abfolge von Kolk-/ Rauschestrukturen und wechselnden Uferstrukturen erwartet.
Für die kleinräumige Teilverlegung wurde die östlichen Uferseite im Bereich der vorhandenen Baumreihe abgegraben. Die dazu erforderliche Herstellung der Überlaufschwelle erfolgte aus Wasserbausteinen in Verbindung mit ortsnahem Material (Sand, Grassoden). Auch in diesem Abschnitt ist durch die Teilverlegung des Gewässers keine Verschärfung in Hochwasserphasen zu befürchten, da dieser Abschnitt bereits im Rückstaubereich der Ems liegt. D.h. bei steigenden Abflüssen steigt die Ems bereits so stark an, dass Abflüsse des Elsbaches in diesem mündungsnahen Bereich keine Rolle in Bezug auf bachseitig zu besorgende Hochwasserabflüsse spielen.
Auf den ersten etwa 70 Meter bachabwärts der Straßenbrücke „Im Holde“ wurde der durch die Sohlsicherung der Brücke vorhandene Gefällesprung durch gezielten Kieseinbau angeglichen, um eine verbesserte Durchgängigkeit des Elsbachs zu erreichen. Da sich mit der partiellen Einengung des Niedrigwasserprofils die Schleppkraft des Wassers erhöht, werden Feinsedimentablagerungen abgetragen. Dadurch erhält das Gewässer wieder eine Dynamik, ohne dass der Wasserabfluss gefährdet ist. Es kommt zur Ausbildung von Kolken, Flachwasserbereichen und damit zu einem vielgestaltigen Lebensraum.
Renaturierung der Dalumer Moorbeeke
Seit Jahresbeginn wird die Dalumer Moorbeeke in der Gemeinde Geeste in einen naturnahen Zustand versetzt. Die Idee zur Umgestaltung des Gewässers entwickelte sich 2017, als es im Zuge eines Hochwassers zu Uferabbrüchen kam. Nach den Planungen im Jahr 2019 fiel am 21. Januar 2020 der Startschuss zu den Arbeiten im Gelände.
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Seit Jahresbeginn wird die Dalumer Moorbeeke in der Gemeinde Geeste in einen naturnahen Zustand versetzt. Die Idee zur Umgestaltung des Gewässers entwickelte sich 2017, als es im Zuge eines Hochwassers zu Uferabbrüchen kam. Nach den Planungen im Jahr 2019 fiel am 21. Januar 2020 der Startschuss zu den Arbeiten im Gelände. Ziel des Projektes ist die ökologische Aufwertung des Unterlaufs der Dalumer Moorbeeke und des Mündungsbereichs in die Ems.
Die Maßnahme wird vom Landkreis Emsland und dem Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband 95 „Ems 1“ gemeinsam mit dem Landesfischereiverband Weser-Ems durchgeführt. Dabei hat sich der LFV durch Planung und Begleitung der Bauausführung in das Gemeinschaftsprojekt eingebracht.
Die Dalumer Moorbeeke ist ein emslandtypischer Wassergraben, der vom Dalum-Wietmarscher Moor aus in begradigtem Bett durch das namengebende Dalum fließt und in die Ems mündet. Für die regionaltypische Flora und Fauna stellen zum einen der gerade Verlauf und zum anderen zwei Sohlbauwerke Hindernisse für eine natürliche Entwicklung dar.
Im Mai 2020 wurde der begradigte Unterlauf der Moorbeeke auf einer Strecke von rund 300 Metern in ein neues Bett mit angrenzender Aue verlegt. Das Sohlbauwerk etwa 50 Meter vor der Mündung in die Ems konnte dabei beseitigt werden. Das Bauwerk verhinderte bislang einen Aufstieg von Fischen in das Gewässer. Durch seine Beseitigung besteht nun wieder eine Durchgängigkeit für Fische und andere Wasserbewohner. Auch von anderen Tierarten außerhalb des Wassers wird die Umgestaltung dankbar angenommen, so haben sich mittlerweile Uferschwalben in den Steilwänden an dem Gewässer angesiedelt.
Im Rahmen des Bauprojektes findet eine Umgestaltung der Landschaft auf rund 10.000 Quadratmetern statt. Neben dem Umbau des Absturzbauwerks und dem Zurückbau einer Wirtschaftswegebrücke wird der Sommerdeich in Teilen verlegt, und es wird eine Auelandschaft gestaltet. „Die Eigenentwicklung des Emsufers wird abschnittsweise zugelassen und der neue Verlauf der Dalumer Moorbeeke soll möglichst sich selbst überlassen bleiben, sagt Britta Düthmann, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen der Gemeinde Geeste.
„Der Unterlauf der Dalumer Moorbeeke wird fischpassierbar und naturnah umgestaltet, die Flächen zur Ems ökologisch aufgewertet und der Hochwasserschutz wiederhergestellt, ohne jedoch die Vorflut negativ zu beeinträchtigen“, zeigt sich der Bürgermeister von Geeste, Helmut Höke, angetan von der Maßnahme. „In ein oder zwei Jahren führt diese Gewässer- und Schutzgebietsentwicklung zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes.“
Neuer Verlauf für den Beckstedter Bach
Am 08. August 2017 begannen die Renaturierungsarbeiten am Beckstedter Bach in der Gemeinde Colnrade. Der Beckstedter Bach ist ein rechtsseitiger Zufluss zur Hunte mit einem Einzugsgebiet von kaum 10 Quadratkilometern. Im Mündungsbereich zur Hunte ist der Bach ausgebaut und zeigt einen geradlinigen, strukturarmen Verlauf bei einer Sohlbreite von 1 bis 2 Metern.
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Am 08. August 2017 begannen die Renaturierungsarbeiten am Beckstedter Bach in der Gemeinde Colnrade. Der Beckstedter Bach ist ein rechtsseitiger Zufluss zur Hunte mit einem Einzugsgebiet von kaum 10 Quadratkilometern. Im Mündungsbereich zur Hunte ist der Bach ausgebaut und zeigt einen geradlinigen, strukturarmen Verlauf bei einer Sohlbreite von 1 bis 2 Metern. In die Maßnahme werden die unteren 500 Meter des Bachs einbezogen. Mit seinem neuen Verlauf wird diese Bachstrecke auf etwa 750 Meter verlängert.
Ziel der Renaturierungsmaßnahme ist es, eine naturraumtypische Bachstruktur zu schaffen mit den verschiedenen Elementen eines naturbelassenen Bachlaufs und der typischen Auenstruktur. Dafür wird der begradigte Gewässerabschnitt in Teilbereichen durch einen neuen, naturnahen Verlauf ersetzt. Zusätzlich werden Altarmstrukturen geschaffen, wie sie ähnlich einmal vorhanden waren, durch den Ausbau des Bachs und der Hunte aber verloren gegangen sind.
Für die Umsetzung der Maßnahme wird das Gewässer in Teilabschnitten aus seinem derzeitigen Bett in einen neuen, naturnahen Verlauf verlegt. Dafür wird der anstehende Oberboden auf einer Breite von 10 bis 15 Metern abgetragen. Danach erfolgt die Profilierung des neuen Gewässerverlaufs. Dabei wird durch den gezielten Einbau von Strukturelementen wie Totholz und Kies sowie die Anpflanzung von Gewässer begleitenden Gehölzen wie Schwarzerlen ein reichhaltig strukturierter Gewässerabschnitt geschaffen. Die dadurch erfolgende Aufwertung des Lebensraumes wird vor allem anadromen Wanderfischen wie Neunaugen und Wandersalmoniden sowie auch Kleinfischen sehr entgegen kommen.
Die Maßnahme wird zu einem wesentlichen Teil von der Bingo-Umweltstiftung finanziert. An der Finanzierung hat sich außerdem der Landkreis Oldenburg beteiligt, der sich zudem maßgeblich für die Flächenbereitstellung eingesetzt hat. Weiterhin haben die Ferdinand-Quirll-Stiftung sowie der Fischereiverein Colnrade, der zugleich Träger des Projektes ist, zur Finanzierung der Renaturierungsmaßnahme beigetragen. Die biologische und planerische Begleitung des Projekts erfolgt durch den Landesfischereiverband Weser-Ems.
Neuer Lauf für den Löninger Mühlenbach
Der Fischereiverein Löningen hat seinem Mühlenbach einen neuen, naturnahen Verlauf gegeben. Am 18. Oktober 2016 war der offizielle Spatenstich für den neuen Löninger Mühlenbach.
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Der Fischereiverein Löningen hat seinem Mühlenbach einen neuen, naturnahen Verlauf gegeben. Am 18. 10. 2016 war der offizielle Spatenstich für den neuen Löninger Mühlenbach.
Der Landesfischereiverband Weser-Ems beteiligte sich im Rahmen einer fachlichen Beratung an dem Renaturierungsprojekt. Aus diesem Anlass war auch der Verbandspräsident Bernhard Pieper beim Spatenstich anwesend. Mit dem neuen Verlauf des Löninger Mühlenbachs auf zunächst einem Kilometer Länge wird eine ökologische Aufwertung des Gewässers beabsichtigt.
Mit neuen, vielfältigen Strukturen soll das Gewässer für Fische und andere Wasserbewohner attraktiver werden und zu einer Verbesserung der Fauna und Flora im und am Gewässer beitragen.
Woppenkamper Bäke im neuen Bett
Der begradigte, naturferne Teilabschnitt der Woppenkamper Bäke im Bereich des Neuenburger Urwaldes westlich von Bockhorn im Kreis Friesland hat wieder einen natürlichen Verlauf mit typischen Auenstrukturen bekommen.
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Der begradigte, naturferne Teilabschnitt der Woppenkamper Bäke im Bereich des Neuenburger Urwaldes westlich von Bockhorn im Kreis Friesland hat wieder einen natürlichen Verlauf mit typischen Auenstrukturen bekommen. Für den Bach wurde auf einem Abschnitt von ca. 400 Metern ein neuer mäandrierender Verlauf geschaffen. Am 11. Mai war der Durchstich vom begradigten zum neuen, naturnahen Bachbett.
Durch den zusätzlichen gezielten Einbau von Strukturelementen wie Totholz und Kies hat der Bach vielfältige Strukturelemente erhalten. Die Maßnahmen fanden im Rahmen einer biologischen Planung und Baubegleitung durch den Landesfischereiverband Weser-Ems statt.
In Verbindung mit der Schaffung des neuen Gewässerverlaufs wurde die Wiederherstellung der Durchgängigkeit an einem Sohlabsturz erreicht. Der Gefällesprung betrug ca. 1 Meter, was für die meisten Fischarten nicht zu überwinden war. Dadurch war ihnen eine stromauf gerichtete Wanderung nicht möglich.
Mit dem neuen Bachbett hat die Woppenkamper Bäke zum einen eine reichhaltige Strukturierung erhalten und zum anderen eine uneingeschränkte Durchgängigkeit. Das kommt nicht nur den Wanderfischen, sondern allen Bewohnern des Gewässers zugute, die nun ungehindert ihren bevorzugten Lebensraum in dem Fließgewässer aufsuchen können.
Anstich für ein neues Bett der Wapel
Die Wapel floss westlich der Ortschaft Jaderberg lange Jahre mit schnurgeradem Verlauf. Nach aufwändigen Baggerarbeiten, durch die der begradigte Fluss einen neuen, einen verschlungenen, mäandrierenden Lauf bekommen hat, war nun der Anstich zum neuen Flussbett. Damit soll die Wapel, ein Nebenfluss der Jade, zugleich zu neuem Leben erweckt werden.
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Die Wapel floss westlich der Ortschaft Jaderberg lange Jahre mit schnurgeradem Verlauf. Nach aufwändigen Baggerarbeiten, durch die der begradigte Fluss einen neuen, einen verschlungenen, mäandrierenden Lauf bekommen hat, war nun der Anstich zum neuen Flussbett. Damit soll die Wapel, ein Nebenfluss der Jade, zugleich zu neuem Leben erweckt werden. Die Bewohner des Flusses waren nahezu ausgestorben. Mit der Revitalisierung des Gewässers sollen die typischen Tier- und Pflanzenarten kleiner Niederungsflüsse wieder zurückkehren in ihren charakteristischen Lebensraum.
Die Renaturierung der Wapel wurde vom Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. geplant und unter Bauaufsicht durch Dr. Jens Salva durchgeführt. Eine Flussstrecke von bislang einem Kilometer Länge wurde durch den neuen kurvenreichen Verlauf auf 1,4 Kilometer erweitert. Die Verlegung der Wapel in ein natürlich mäandrierendes Flussbett stellt eine der größten Renaturierungsmaßnahmen im Nordwesten Niedersachsens dar.
Den Ausgangspunkt für das Projekt bildete die Molkerei Ammerland e.G. Mit der geplanten Ausweitung ihrer Produktion wird die Molkerei in Zukunft mehr Abwasser produzieren. Zu viel für die Wapel in ihrem geradlinigen Flussbett. Eine umweltfreundliche Lösung für den Wasserabfluss musste gefunden werden. Auf solche Lösungen ist der Sportfischerverband als anerkannte Naturschutzvereinigung spezialisiert. In zahlreichen wasserbaulichen Projekten hat der Verband bereits seine Kompetenz in Sachen Gewässerrenaturierung unter Beweis gestellt. Und so ist er auch für die anspruchsvolle Aufgabe an der Wapel der richtige Partner.
Die gemeinsame Anstrengung zeigt nun ein deutliches und für die Region ungewohntes Bild. Der neue, verschlungene Flusslauf sieht aus wie eine Miniatur des Amazonas. Mit einer Strukturvielfalt aus Kurven, unterschiedlichen Tiefen und Breiten sowie wechselndes Strömungsverhältnissen entsteht wieder ein vielgestaltiger Lebensraum. Auch das direkte Umland wurde bei der Neugestaltung einbezogen und verwandelt sich mit unregelmäßigen Senken in die charakteristische Auenlandschaft eines Niederungsflusses.
Die Wapel wird nun wieder attraktiv für Amphibienpopulationen und wasserbewohnende Insekten. Und auch für die Rückkehr der einheimischen Fischarten zeigt sich das Gewässer gerüstet. Durch die Einbringung von Kies ins Flussbett wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit sich selbst kieslaichende Fischarten wie Neunaugen und Meerforellen wieder einfinden und fortpflanzen können.
Renaturierung der Ellenbäke
Der ortsansässige Fischereiverein, der Tückerverein Goldenstedt, hatte sich zum Ziel gesetzt, die strukturarme Ellenbäke wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen, um den eigentlich gewässertyöischen kieslaichenden Arten zu neuem Lebensraum zu verhelfen. Aus der Tatsache, dass der Oberlauf der Ellenbäke bereits naturnahe Strukturen aufwies, ergaben sich weitere vielversprechende Möglichkeiten der Revitalisierung.
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Der ortsansässige Fischereiverein, der Tückerverein Goldenstedt, hatte sich zum Ziel gesetzt, die strukturarme Ellenbäke wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen, um den eigentlich gewässertypischen kieslaichenden Arten zu neuem Lebensraum zu verhelfen. Aus der Tatsache, dass der Oberlauf der Ellenbäke bereits naturnahe strukturen aufwies, ergaben sich nicht nur gute Erfolgschancen zur Wiederansiedlung von Bachneunaugen und Meerforellen, sondern auch die Möglichkeit, für das gesamte Gewässer das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie, den guten ökologischen Zustand, zu erreichen.
Die Maßnahme am Unterlauf der Ellenbäke wurde gemeinsam mit dem zuständigen Unterhaltungsverband, der Hunte-Wasseracht und dem Landesfischereiverband Weser-Ems geplant und umgesetzt. Die erforderliche Fläche im Seitenraum wurde durch den Landkreis Vechta zur Verfügung gestellt. Das Gewässer wurde in Teilabschnitten verlegt, um einen naturnahen Verlauf mit angrenzenden Sekundärauen zu schaffen. Dazu wurde der anstehende Oberboden auf einer Breite von 10 bis 15 Zentimetern bis in die entsprechende Tiefe abgetragen. Danach erfolgte die Profilierung des neuen Gewässerverlaufs mit dem Bagger.
Zur Minimierung der Sandfrachten wurde das schmale Niedrigwasserprofil durch Grassoden provisorisch gesichert. Darüber hinaus erfolgte ein gezielter Einbau von Totholz, Kies und anderen Strukturelementen. Der Tückerverein pflanzte gewässerbegleitende Gehölze (Schwarzerlen) und übernahm die Gewässerunterhaltung.
Aufgrund zweier unterquerender Gasleitungen musste ein Teilbereich von der Neutrassierung ausgenommen werden. In diesem Abschnitt ließen die Randbedingungen nur einen leichten Abtrag des Oberbodens zur Schaffung einer Auenstruktur zu.
Der neue, reichhaltig strukturierte Bachverlauf erfüllt alle Erwartungen. Mittlerweile sind Bachneunaugen und Meerforellen in der Ellenbäke nachgewiesen, und das gesamte Gewässer ist auf den Karten der Wasserrahmenrichtlinie als "guter ökologischer Zustand" eingestuft. Damit ist dem Projekt ein großer ökologischer Nutzen bei relativ geringem Mitteleinsatz zu bescheinigen.
Renaturierung des Holtorfer Bachs
Bei der Renaturierung des Holtorfer Bachs waren die Herstellung eines naturraumtypischen Geestgewässers mit gewässerbegleitender Aue, die Förderung der bach- und auentypischen Flora und Fauna sowie die Entwicklung naturnaher Bachstrukturen wichtige Ziele bei der Umsetzung des Projektes.
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Bei der Renaturierung des Holtorfer Bachs waren die Herstellung eines naturraumtypischen Geestgewässers mit gewässerbegleitender Aue, die Förderung der bach- und auentypischen Flora und Fauna sowie die Entwicklung naturnaher Bachstrukturen wichtige Ziele bei der Umsetzung des Projektes. Zudem wurde die Durchgängigkeit und damit der Auf- und Abstieg der Fischfauna durch eine optimale Anbindung an das Hauptgewässer, die Hunte, erreicht.
Durch Bodenabtrag und Profilierung wurde die Aue so gestaltet, dass sie im Überflutungsfall mittels eines externen Sandfangs einen Rückgang des Feinsedimenttransportes in die Hunte bewirkt und die zeitweise Entnahme von Sedimenten schonend möglich ist.
Die Sohle wurde mit Hartsubstrat profiliert und soll Kieslaichern wie z.B. Neunaugen als Laichhabitat dienen. Zudem wurde in unmittelbarer Nähe des Mündungsbereichs des Holtorfer Bachs ein Altarm mit Anschluss an die Hunte geschaffen und in den Auenbereich integriert.
Die Entwicklungsziele wurden dahingehend definiert, dass sich in den kommenden Jahren unter anderem ein lichter Erlenauenwald etablieren soll. Durch die Verbindung von einzelnen Gebüsch- und Waldstrukturen hat die Maßnahme eine hohe Naturschutzrelevanz und fördert nachhaltig die Amphibien- und Eisvogelpopulation.
Von Anfang an war die Maßnahme ein Kooperationsprojekt. Die Projektrealisierung wurde durch reduzierte Bürokratie und schnelle Amtswege vorangetrieben. Während der gesamten Bauphase gab es eine fachliche biologische Begleitung. Die Umsetzung wurde mit großem bürgerschaftlichen Engagement durchgeführt.Das Projekt wurde 2012 im Rahmen des Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ mit der Niedersächsischen Bachperle in der Kategorie Ehrenamt ausgezeichnet.
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