ANGELFISCHERVERBAND IM
LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS E.V.

GEWÄSSERPROJEKTE

WIR SETZEN UNS FÜR DEN ERHALT, WIEDERHERSTELLUNG UND ENTWICKLUNG DER NATUR, INSBESONDERE ABER DER GEWÄSSER EIN

Revitalisierung des Wörmer

23.09.2022

Vorbereitung des Spülfeldes beim Wörmer (Foto: Jens Salva)

Im südöstlichen Teil der Stadt Haren, im Bereich der Ortschaft Wesuwe, befindet sich der Wörmer, ein langgestrecktes Stillgewässer, das seit Mitte September einer Revitalisierung unterzogen wird. Das Gebiet liegt innerhalb des Überschwemmungsgebietes sowie im Landschaftsschutzgebiet Ems. Eigentümer des Wörmers ist die Stadt Haren.     
Aufgrund von Meliorationsmaßnahmen im Bereich des Wesuweer Brooks wurde der Wörmer an den seiner Zeit gebauten Brookgraben angeschlossen. Der Brookgraben hat bis zum Wörmer ein Einzugsgebiet von rund 2,4 Quadratkilometern.     
In den vergangenen Jahren kam es im Wörmer wiederholt zu Fischsterben, was mit den erhöhten Zehrungsprozessen in Verbindung zu bringen ist. Im Mündungsbereich des Brookgrabens in den Wörmer befinden sich massive Faulschlammablagerungen.

Das gesamte Vorhaben zur Revitalisierung besteht aus zwei Teilmaßnahmen. 1. Durch die Entschlammung des Wörmers soll sich wieder ein wertvolles Stillgewässer für die aquatische Fauna entwickeln. 2. Durch die Verlegung des Brookgrabens gilt es, einen Nährstoff- und Sedimentfang zu erstellt, um zukünftige Einträge zu minimieren. Erst durch das Zusammenspiel der beiden Maßnahmen kann eine nachhaltige Entwicklung des Wörmers realisiert werden. 

Vor der Entschlammung des Wörmers wird die östlich des Brookgrabens gelegene Fläche abgegraben, um ein ausreichendes Speichervolumen für die anfallenden organischen Sedimente zu erhalten. Die Abgrabungen wird so vorgenommen, dass nach Einspülung des Spülgutes keine Erhöhung der vorhandenen Geländehöhen erfolgt. Im Rahmen der Abgrabung wird der Brookgraben in seinem Verlauf verlegen, so dass ein mäandrierender Verlauf mit flachen Uferseiten entsteht. Die vorhandenen Sohllagen des Brookgrabens bleiben nahezu unverändert. Der als Nährstoff- und Sedimentfalle konzipierte neue Gewässerlauf bekommt variierende Breiten zwischen 8 und 12 Metern, um eine gegebenenfalls erforderliche maschinelle Aufreinigung mit herkömmlichen Maschinen zu gewährleisten. Es werden wechselnde Wassertiefen zwischen 40 und 100 Zentimetern angestrebt, um die notwendige Funktion zu erfüllen. Zu den Seitenbereichen läuft das Gewässer flach aus. 

Die Entschlammung des Wörmer erfolgt mittels eines Spülbaggers. Dabei werden grob 20.000 Kubikmeter Schlamm abgesaugt und in das Spülfeld gepumpt. Um diese Massen aufnehmen zu können, war eine ausreichend große Sandentnahme als Trockenabbau auf der Fläche vorzusehen. Ein Anschnitt des anstehenden Grundwassers wurde vermieden, da die Abbautiefe bei maximal +8,50 Meter NN endet. Nach Beendigung des Spülens und Abtrocknung des organischen Materials wird die Spülfläche nach Maßgabe des Landkreises Emsland wieder herzustellen. Eigentümer der Spülfläche ist die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland.  Das anfallende Spülwassser aus dem Wörmer wird über einen temporären Überlauf in den Brookgraben und damit wieder in den Wörmer rückgeführt, so dass der Spülbetrieb kontinuierlich durchgeführt werden konnte. 

Nach der Entschlammung des Wörmers sowie der Neutrassierung des Brookgrabens wird eine Überlaufschwelle im Abzweig des Brookgrabens erstellt. Die Schwelle besteht aus einer Holzwand mit einer Vor- und Nachsicherung aus Wasserbausteinen. Die Höhe der Schwelle wird bei ca. MW +15 Zentimetern liegen, um einen gesicherten Hochwasserabfluss zu gewährleisten. Gegebenenfalls ist am Ausfluss des Wörmers zu den Zeiten des Spülbetriebes eine temporäre Absperrung zu errichten, um ein Trockenfallen des Brookgrabens zu verhindern.

Das Projekt wird mit der Trägerschaft durch den FV Wesuwe durchgeführt. Der Angelfischerverband in LFV Weser-Ems ist an der Planung und der fachlichen umsetzung vor Ort beteiligt.

Auenlebensraum für die Melstruper Beeke

30.06.2022

Luftaufnahme von dem neuen Biotop (Foto: FV Lathen und Umgebung)

Im Juni wurden die Arbeiten zur Schaffung eines Auenlebensraums für die Melstruper Beeke durch den Fischereiverein Lathen und Umgebung abgeschlossen. Die Planungen zu dem Projekt hatten bereits im März 2020 begonnen. Die Bauausführung begann Mitte April dieses Jahres.
Mit dem neu geschaffenen Auenbereich hat die Melstuper Beeke eine wichtige zusätzliche Gewässerstruktur erhalten, die als Überschwemmungsbereich bei Hochwasserereignissen teilweise temporär geflutet werden kann, die in Teilbereichen aber auch eine dauerhafte Verbindung zur Melstruper Beeke aufweist. Die neu geschaffene Altarmstruktur wurde so angelegt, dass die Gewässertiefe und die Ufermorphologie variieren. An der tiefsten Stelle ist der Altarm etwa 1,5 Meter tief. Die weiteren Kleingewässer wurden so angelegt, dass sie nur bei höheren Wasserständen zeitweise mit der Melstruper Beeke in Verbindung stehen.
Die bereits vor Baubeginn vorhandene Grünland-Vegetation wurde während der Bauphase in Soden abgenommen und wieder unmittelbar an den neuen Strukturen ausgelegt. Dieses Vorgehen verhindert das übermäßige Aufkommen unerwünschter Pioniervegetation (z. B. Weide, Birke). Die Vegetationssoden wuchsen schnell wieder an. Es ist zu erwarten, dass sich die Vegetation an die feuchteren Standortbedingungen anpasst und langfristig die Charakterarten der Feuchtwiese dominieren. Die Wiese mitsamt der Gewässer soll auch langfristig besonnt bleiben, da viele Organismen wie Amphibien, Libellen oder Reptilien auf besonnte Lebensräume, ursprüngliche Pionierstandorte, angewiesen sind. Solche Lebensräume sind in der heute überprägten Kulturlandschaft rar, womit ein bedeutender Anteil des Biodiversitätsverlustes von Auenlandschaften begründet werden kann. Auch der Vegetationsentwicklung und damit verbunden, der Ausprägung einer artenreichen Feuchtwiese, kommt der gehölzfreie Bereich zugute. Der an der Melstruper Beeke vorhandene Unterhaltungsweg wurde erhalten, indem ein Rahmendurchlass über das neue Gewässer geführt wurde.
Darüber hinaus wurden Strömungslenker aus Kartoffellesesteinen im bestehenden Profil der Melstruper Beeke errichtet. Diese reaktivieren eine dynamische Strömungsverteilung, die zur Ausbildung diverser Strukturen wie Prall- und Gleithänge führt. Darüber hinaus kommt es zu einer Erhöhung der Tiefenvarianz. Turbulenzen sorgen für einen erhöhten Sauerstoffeintrag. Das Lückensystem der Strömungslenker stellt einen essentiellen notwendigen Lebensraum für Arten(-gruppen) des Makrozoobenthos dar. Die Lesesteine stammen von landwirtschaftlichen Flächen in unmittelbarer Nähe der Projektfläche, sodass keine großen Transportwege entstanden und naturraumtypisches Material Verwendung fand.
Durch die Reaktivierung auentypischer, dynamischer Prozesse soll die Ausprägung eines kleinräumig vernetzten Mosaikes von Lebensräumen initiiert werden, das geeignete Habitate für eine Vielzahl von Organismen, wie z. B. Fischen, Libellen und Amphibien bietet. Im bestehenden Gewässerprofil sollen sich durch die neu eingebauten Strömungslenker überdies fließgewässertypische, eigendynamische Prozesse entwickeln, mit denen die Ausbildung diverser Strukturen wie Prall- und Gleithänge, Kolke und Rauschen einhergehen sollen.
Dass die Maßnahme zu einem vollen Erfolg wird, deutete sich bereits an, ehe sie abgeschlossen war. Denn noch während der Arbeiten war erkennbar, wie prächtig sich die Vegetation entwickelt, und es siedelten sich schon die ersten Fische, Wasservögel, Amphibien und Libellen an.
Das Projekt mit dem Fischereiverein Lathen und Umgebung als Träger wurde in Kooperation mit dem Landkreis Emsland, der Gemeinde Fresenburg,  Unterhaltungsverband 102 „Ems III“ und dem Angelfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems realisiert.
Die Finanzierung des Projektes  mit einem Kostenvolumen von rund 60.000 Euro erfolgte durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, den Landkreis Emsland sowie aus Eigenmitteln des Vereins. Die Ausführung der Bauarbeiten lag in den Händen der Kruse Erdbau.
Kaum ist dieses Projekt abgeschlossen, geht es für den Fischereiverein Lathen und Umgebung weiter mit Projekten an der Lathener Beeke, die im Herbst dieses Jahres umgesetzt werden sollen.

 

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Renaturierung des Spredaer Bachs

18.06.2022

Arbeiten am Spredaer Bach (Foto: Jens Salva)

Mitte Juni 2022 hat der Fischereiverein der Gemeinde Bakum in Kooperation mit dem Landesfischereiverband Weser-Ems und der Hase Wasseracht einen etwa 400 Meter langen Abschnitt des Spredaer Bachs in einen naturnahen Zustand versetzt.
Das strukturarme Gewässer verläuft nordwestlich und westlich von Vechta und ist über den Fladderkanal mit der Hase verbunden. Der renaturierte Bereich befindet sich direkt westlich von Vechta nahe der Einmündung in den Fladderkanal.
Mit der Renaturierung des ausgebauten, strukturarmen Niederungsgewässers soll wieder ein hochwertiger Lebensraum für die typische Fauna und Flora von Niederungsbächen entstehen. Wichtige Merkmale dieses vielgestaltigen Lebensraumes sind strukturelle Vielfalt, Tiefen- und Breitenvarianz und Strömungsdiversität.
Um dem Bach diese Eigenschaften zurückzugeben, wurden gezielt Kies, Steine und Totholz eingebaut, wodurch das Trapezprofil des ausgebauten Bachs stellenweise eingeengt wurde. Diese Einengungen erzeugen eine erhöhte Schleppkraft des Wassers, die den Abtransport von Feinsediment fördert, dessen Ablagerung die Entwicklung einer artenreichen Biozönose behindert.
Die Eingriffe in das Gewässer werden dazu führen, dass übersandete Kiessubstrate freigespült werden und der Bach wieder eine eigene Dynamik entwickelt. Mit Strukturen wie Kolken und Flachwasserbereichen wird das Gewässer wieder zu einem vielfältigen Lebensraum werden.
Im Rahmen der gesamten strukturellen Aufwertung bildet die Aufbesserung der Laich- und Aufwuchshabitate für die Bewohner von Niederungsbächen wie beispielsweise Neunaugen ein wesentliches Ziel der Maßnahme.
Projekte wie diese müssen nicht nur geplant und durchgeführt, sondern auch finanziert werden. Die Finanzierung des Projektes erfolgte sowohl durch den Fischereiverein der Gemeinde Bakum als auch durch den Landkreis Vechta, der den Hauptanteil trug.

Schulklasse revitalisiert die Annenriede

10.05.2022

Klassenarbeit an der Annenriede (Fot: Henning Stilke)

33 Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse leisteten in der ersten Maiwoche 2022 an der Annenriede erstklassige Arbeit. Die Jugendlichen der Freien Waldorfschule Bremen-Osterholz brachten nicht weniger als 27,4 Tonnen Kies in das strukturarme Gewässer im Süden von Delmenhorst ein.
Die Lehrerin der Klasse, Dr. Lena von Harbou, wollte mit ihren Schülern und Schülerinnen einmal eine aktive Klassenfahrt mit Initiative in der Natur und für die Natur organisieren. Dafür bot sich ein Gewässerprojekt mit dem Landesfischereiverband Weser-Ems, dem Fischereiverein Delmenhorst und dem Ochtumverband Harpstedt an
In der strukturarmen, geradlinig verlaufenden Annenriede sollten mit dem Kieseintrag Strukturen angelegt werden, die für Strömungswechsel sorgen und vor allem den kieslaichenden Fischarten und Neunaugen Möglichkeiten zur Fortpflanzung und zum Aufwuchs bieten. Ein ideales Projekt für eine aktive Klassenfahrt! Also hieß es für die Waldorfschüler vom 2. bis 5. Mai täglich mit dem Fahrrad von Stenum nach Delmenhorst fahren und anschließend Kies schaufeln und mit der Schubkarre fahren.
Jukka Reinsberg, einer der Schüler, meint, „Es war schon krass, wie viel Kies wir da wegschaufeln sollten, aber dann ging es doch leichter und schneller als gedacht.“
Tatsächlich waren die jungen Leute fast einen Tag früher fertig als eingeplant. Das kann man eigentlich nur mit Spaß an der Sache erklären. Den hat auch die Lehrerin ausgemacht. „Hier haben einige mit einem Einsatz mitgemacht, den sie in der Form in der Schule nicht unbedingt zeigen.“
Den Schülern und Schülerinnen sei diese Arbeit sofort gut und sinnvoll erschienen. Dass man hier etwas für die Natur macht und für die Lebewesen in dem Gewässer, das war allen gleich verständlich und hätte sie regelrecht zur Arbeit angetrieben.
Auch den Fischereiverein Delmenhorst freut´s. Man hat mit dem Landesfischereiverband schon manch ein Projekt in die Wege geleitet, um Gewässer in einen naturnahen Zustand zurückzuversetzen und um Wasserbewohnern eine lebenswerte Umgebung zu schaffen. Uwe Logemann vom Fischereiverein, kommentierte die Aktion ein wenig amüsiert „So viele Hände haben noch nie an einem unserer Projekte mitgearbeitet, und so schnell sind wir noch nie fertig geworden.“
Auf einer Strecke von etwa 400 Metern haben die Schüler und Schülerinnen für Kiesbänke gesorgt und mit ihnen für mehr Substratvielfalt, Tiefenvarianz und Strömungsdiversität. Alles das, was Fische und andere Wasserbewohner brauchen und lieben. Ein Stück der Annenriede ist damit wieder lebenswert geworden. Sicher braucht es noch etwas Zeit, bis sich das unter Wasser herumgesprochen hat. Im nächsten Jahr will die Klasse der Waldorfschule aber wieder vorbeischauen und sehen, was sich auf ihren Kiesbetten getan hat.
Parallel zu den handwerklichen Arbeiten wurden die Schüler über gewässerbiologische Themen unterrichtet sowie in die Belange der Wasserwirtschaft vom Ochtumverband eingeführt. Mit diesem Projekt sollen neben der Aufwertung des Gewässers auch Umweltbildungsaspekte verfolgt werden. Die Schüler sollten durch die händische Arbeit selbst erfahren, wie sich das Gewässer verändert. Darüber hinaus sollte ihnen auch der Wert dieser Arbeit näher gebracht werden. Dies geschah durch die parallele Unterrichtung über die gewässerbiologischen Parameter.
Das Projekt wurde finanziell von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.

 

Eine Flachwasserzone für die Jade

02.04.2022

Der neue Seitenarm für die Jade (Foto: Jens Salva)

Ende März 2022 rückte schweres Baugerät an der Jade östlich der Gemeinde Jade an. Den Hintergrund für den maschinellen Eingriff in den Boden bildete ein Umweltprojekt des Fischereivereins Jade-Wapel. Zur biologischen Aufwertung der Jade sollte nämlich ein naturnahes Seitengewässer mit Anschluss an das Fließgewässer geschaffen werden.
Flache Nebengewässer haben für die Flora und Fauna der Flüsse und Bäche eine vielfältige Bedeutung. Für zahlreiche Tiere und Pflanzen stellen sie einen wichtigen Lebensraum dar. Normalerweise entstehen solche Strukturen im Zuge der natürlichen Gewässerdynamik. Aufgrund der vielfältigen Nutzung unserer Landschaften wurden diese dynamischen Prozesse jedoch unterbunden und ihre Ergebnisse teilweise beseitigt. Mit der Folge, dass die wichtigen Gewässerstrukturen kaum noch vorhanden sind und auch nicht mehr entstehen können.
Der FV Jade-Wapel hat unter Federführung seines Vorsitzenden Klaus Brandt deshalb mit seinem Projekt nachgeholfen und gewissermaßen auf künstlichem Wege vollbracht, was natürlich kaum noch möglich ist. Bei der Anlage des etwa 500 Quadratmeter großen Nebengewässers wurde der Verein von den anderen beiden Vereinen der Jade-Pacht- und Besatzgemeinschaft, dem SFV Varel und dem FV Rastede unterstützt. Der Landesfischereiverband Weser-Ems stand mit fachlicher Beratung zur Seite.
Mit seiner Fertigstellung am 1. April erhielt das Seitengewässer über einen bereits vorhandenen Graben eine Verbindung zur Jade. So kann es für die aquatischen Organismen des Fließgewässers die Funktion einer Laich- und Flachwasserzone erfüllen. Der Seitenarm übernimmt damit die wichtige Aufgabe eines Lebensraumes, der besonders in Hochwasserphasen und im zeitigen Frühjahr ein Rückzugsgebiet darstellt, das für Wasserbewohner die notwendigen Habitatstrukturen zur Fortpflanzung aufweist und ihnen damit das Überleben sichert.
Das Projekt wurde auf einer an die Jade grenzenden Grünfläche durchgeführt, auf der kein Gehölz vorhanden war und keine Beeinträchtigung von Pflanzen und Tieren im Rahmen der Bauausführung erfolgte. Die Genehmigung zu Durchführung des Projektes erfolgte durch den Landkreis Wesermarsch, mit dem von Seiten des Vereins und Verbandes eine gute Zusammenarbeit gepflegt wird.
Die bisherige und auch künftige Unterhaltung des Verbindungsgrabens zur Jade erfolgt durch den Entwässerungsverband Jade, mit dem bei der Durchführung von Gewässerprojekten seit vielen Jahren zuverlässigen kooperiert werden kann.
Wo ein Gewässer entsteht, gab es zuvor Land, das einen Besitzer hatte. In diesem Fall wurde von Seiten der Landwirtschaft eine Landfläche zu Verfügung stellte, was einen guten Beleg dafür liefert, dass Naturschutz und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können.
Dass Naturschutz in der Regel nicht kostenlos zu haben ist, versteht sich, wenn man die Arbeitsstunden der Bauarbeiten in Rechnung stellt. In diesem Fall hat sich einmal mehr die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung um die finanzielle Unterstützung eines wertvollen Gewässerprojektes verdient gemacht.

 

Ein neues Seitengewässer der Ems bei Lathen

16.04.2021

Luftaufnahme der Baustelle (Foto: Helmut Felthaus)

Am 27. Februar begannen die Erdarbeiten für die Anlage eines neuen Seitengewässers der Ems in der Gemarkung Niederlangen westlich von Lathen. Hier bot sich die Möglichkeit, die Fläche der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland zu nutzen, um ein naturnahes Nebengewässer für den Fluss zu schaffen. Das geplante Seitengewässer soll eine Verbindung zur Ems erhalten, so dass es die Funktion eines Altarms erfüllen kann und für aquatische Organismen als geeigneter Lebensraum zur Verfügung steht.

Altarme haben für die Flora und Fauna eine vielfältige Bedeutung und stellen daher einen wichtigen Lebensraum dar. Die Entstehung derartiger Strukturen erfolgt im Rahmen der natürlichen Flussdynamik. Aufgrund vielfältiger Nutzungen unserer Landschaft wurde die natürliche Flussdynamik an der Ems über weite Strecken unterbunden, so dass keine Altarme mehr entstehen. In Folge natürlicher Sukzession verlieren die noch vorhandenen Altarme, insbesondere für die aquatischen Organismen, immer mehr an Bedeutung. Umso wichtiger ist die Schaffung derartiger Strukturen.

Besonders in Hochwasserphasen sowie im zeitigen Frühjahr wird dieses Gewässer einen wichtigen Rückzugsraum darstellen und geeignete Habitatstrukturen zur Fortpflanzung bieten. Die Verbindung zur Ems soll über einen etwa 8 bis 10 Meter breiten Graben erfolgen, der ganzjährig eine Mindestwassertiefe von etwa 1,20 Metern aufweist, um so den freien Wechsel der Organismen zu ermöglichen.
Die voraussichtliche Ausdehnung des Seitengewässers ist mit etwa 10.700 Quadratmetern anzusetzen. Mit diesen Ausmaßen handelt es sich um eines der größten Projekte, die von den Mitgliedsvereinen des LFV Weser-Ems durchgeführt wurden.Die maximale Wassertiefe wird bei etwa 2 Metern liegen. Zu den Uferbereichen wird das Gewässer flach auslaufen. Die Sohle des neuen Stillgewässers wird morphologisch divers gestaltet, so dass sich vielfältige Strukturen ergeben.
Im Rahmen der Bauausführung ist mit einem Bodenanfall in Höhe von ca. 20.300 Kubikmetern zu rechnen. Dabei entfallen etwa 9.630 Kubikmeter auf Abgrabungsvolumina oberhalb des Dauerwasserspiegels von 6,10 mHN, sowie 10.700 Kubikmeter Bodenaushub unterhalb dieser Höhenlage. Der überwiegende Teil (ca. 14.480 Kubikmeter) wird aus dem gesetzlich festgelegten Überschwemmungsgebiet verbracht. Der verbleibende Anteil wird zur Herstellung des neuen Sommerdeichs (ca. 500 Meter) verwandt. Der neue Deich wird mit einer Mindesthöhe von 8,10 mHN, einer Kronenbreite von 3 Metern sowie einer Böschungsneigung von 1:3 erstellt.

Das Projekt wird unter der Leitung des Fischereivereins Lathen durchgeführt. An der Finanzierung ist maßgeblich die Bingo-Umweltstiftung beteiligt. Finanzielle Unterstützung für das Projekt gab es außerdem vom FV Lathen, dem Landkreis Emsland, der Naturschutzstiftung Emsland und der Stiftung Emsländische Gewässerlandschaften. Zum Gelingen des Projektes haben das örtliche Wasser- und Schifffahrtsamt, der Wasser- und Bodenverband und die Untere Naturschutzbehörde beigetragen.

Der Durchstich zur Ems wird voraussichtlich zum Ende des Jahres erfolgen, so dass dann für die Wasserbewohner ein Standortwechsel zwischen Ems und Seitenarm möglich ist.

Das Projekt wird durch Filmaufnahmen aus der Luft von Helmut Felthaus und Aufnahmen vom Boden dokumentiert. Die Aufnahmen sind auf Youtube zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=UZ9qiRnxt3I

Einen kleinen Film haben wir auch auf der Facebook-Seite des Verbandes eingestellt.

Wenn das Projekt fertiggestellt ist, werden wir einen Gesamtfilm dazu produzieren und auf unserem Youtube-Kanal einstellen.

 

Herstellung eines Altarms der Ems bei Hüntel

31.05.2021

Das Seitengewässer bei Hüntel in der Entstehung (Foto: Jason Lück)

Ende Mai 2021 wurde das Projekt zur Herstellung eines Altarm an der Ems des ASV Hüntel-Holthausen fertiggestellt. Die Geländearbeiten am Ostufer der Ems nordwestlich der Ortschaft Hüntel hatten bereits Mitte 2020 begonnen. Als letzter Arbeitsakt erfolgte nun der Durchstich zur Ems, mit der das Seitengewässer durch einen 6 bis 8 Meter breiten Graben verbunden ist. Mit diesem Projekt dokumentiert der ASV Hüntel-Holthausen, welch eine wichtige Rolle der Einsatz für Gewässer und für den Naturschutz im Verständnis des Vereins spielt. Auf der Homepage des Vereins heißt es schließlich:

„Der ASV-Hüntel-Holthausen e.V. ist schon lange kein Sportfischereiverein mehr in dem Sinne, wie es vor 40 - 50 Jahren noch die Regel war. Das Angeln ist nicht mehr der Hauptantrieb der Mitglieder. Wir haben uns mehr und mehr auf den Erhalt der Natur und des Fischbestandes konzentriert.

Besatzmaßnahmen lassen Fische wieder heimisch werden, die jahrelang nicht mehr in unseren Gewässern gesehen wurden.

Regelmäßige Müllsammelaktionen schaffen eine saubere Natur und fördern das Allgemeinverständnis der Jugend unseres Umfeldes.

Die jährliche Nistkästenaktion erhält unsere Vogelwelt und trägt nebenbei auch noch zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners bei.

Aus allen diesen Gründen hat sich unser kleiner Verein die Schaffung eines attraktiven Laich-und Rückzugsgewässers vorgenommen.“

Der neu geschaffene Altarm erstreckt sich über eine Länge von 230 Metern und umfasst eine Fläche von etwa 6500 Quadratmetern. Die maximale Wassertiefe liegt bei etwa 1,8 Metern. Das Gewässer wurde im Profil so angelegt, dass es zu den Uferbereichen flach ausläuft. Die Verbindung zur Ems weist das ganze Jahr über eine Wassertiefe von mindestens einen Meter auf. Damit wird ein freier Wechsel der Organismen zwischen den Gewässern gewährleistet werden.

Das Seitengewässer wird für die aquatischen Organismen der Ems einen wichtigen Lebensraum darstellen, in den sie sich aus dem Fließgewässer zurückziehen können. Solche Nebengewässer haben eine besondere Bedeutung als Laichhabitat und als Kinderstube. Im Jahreslauf wird das neu geschaffene Gewässer vor allem auch in Hochwasserphasen und im zeitigen Frühjahr einen wichtigen Rückzugsraum mit geeigneten Habitatsstrukturen zur Fortpflanzung der Wasserbewohner darstellen.

An allen Fließgewässern haben die charakteristischen Alt-/Auengewässer für die Flora und Fauna eine vielfältige Bedeutung und stellen einen wichtigen Lebensraum dar. Die Entstehung derartiger Strukturen erfolgt im Rahmen der natürlichen Gewässerdynamik. Aufgrund vielfältiger Nutzungen unserer Landschaft wurde die natürliche Dynamik weitestgehend unterbunden, so dass keine Alt- / Auengewässer mehr entstehen. Zudem gingen solche Gewässer durch Maßnahmen zur Begradigung und Landgewinnung verloren. Umso wichtiger ist die Schaffung derartiger Strukturen.

 Auf seiner Homepage hebt der Verein als Projektträger die „hervorragende organisatorische Unterstützung des Landkreises Emsland und des Landesfischereiverbandes Weser-Ems“ hervor.

Zur Realisierung der Maßnahme hat eine ganze Reihe von Stiftungen mit ihrer finanziellen Förderung beigetragen. Zu nennen sind die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die HEH Essmann Stiftung, die Naturschutzstiftung Emsland, die Stiftung Emsländische Gewässerlandschaften und die Umweltstiftung Weser-Ems. Und schließlich hat auch der ASV Hüntel-Holthausen selbst einen finanziellen Beitrag dazu geleistet, damit es gelingen konnte, wie der Verein selber es ausdrückt, „eine Wiese in ein Nebengewässer zu verwandeln.“

Auf der Homepage des Vereins www.asv-huentel-holthausen finden sich unter projekt-laichhabitat weitere Aufnahmen, die den Verlauf des Projektes dokumentieren.

Flachwasserzone für den Plietenberger See

08.04.2021

Entstehung der Flachwasserzone am Plietenberger See (Foto: Jens Salva)

Der Fischereiverein Wüsting e.V. setzt sich im Rahmen seiner satzungsgemäßen Aufgaben für Schutz, Erhaltung und Förderung der aquatischen Flora und Fauna sowie der im Gewässerumfeld lebenden Arten ein. Um diese Arbeiten sachkundig durchführen zu können, werden die Gewässerwarte des Vereins in Fortbildungsveranstaltungen in Theorie und Praxis ausgebildet. Die Umsetzung dieses Wissens an den Gewässern des Vereins ist dabei ein zentrales Ziel.

Am Plietenberger See (Vereinseigentum), einem ehemaligen Bodenabbaugewässer mit wenig Flachwasserbereichen, bot sich die Möglichkeit zur Herstellung einer ausgedehnten Flachwasserzone am nordwestlich gelegenen Ufer. Das Projekt zur Realisierung der Flachwasserzone wurde in diesem Frühjahr umgesetzt. Die Abnahme durch den Landkreis erfolgte am 7. April 2021.

Im Fokus der Maßnahme standen dabei insbesondere Aspekte des Fischarten- sowie Amphibienschutzes. Der ausgedehnte Flachwasserbereich hat eine maximale Wassertiefe von etwa 50 bis 120 Zentimeter erhalten. Zu den Seitenbereichen wird das Gewässer deutlich flacher mit maximalen Tiefen zwischen 10 und 40 Zentimetern. Aufgrund der geringen Trübung des Gewässers wird die Förderung submerser Makrophyten angestrebt.
Der Aushub im Umfang von ca. 1300 Kubikmetern wurde abgefahren. Auf der durch die Maßnahme entstehenden Insel wurden etwa zehn Bäume entnommen, um diese als Totholz in das Gewässer einzubringen. Dadurch werden von Beginn an wichtige Strukturbildner im Gewässer etabliert.

Besonderer Wert wurde bei der Gestaltung des Gewässers auf die Entwicklung der semiaquatischen Fauna und Flora gelegt. Hierzu wurden die Uferbereiche mit unterschiedlichen Neigungen ausgeprägt, so dass sich gut strukturierte Wasserwechselzonen ergeben.

Die Finanzierung der Maßnahme hat größtenteils die Bingo-Umweltstiftung übernommen. Weitere Geldmittel wurden vom Fischereiverein Wüsting beigesteuert. Die gesamte Bauausführung wurde durch den Fischereibiologen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems fachlich begleitet.

Der FV Wüsting wird das Projekt in den kommenden Jahren betreuen und weiterführen. So sind für die Zukunft die Anlage von zwei Schwimminseln sowie eine Reaktivierung eines Amphibiengewässers im Seitenbereich vorgesehen.

Weitere Informationen zu dem Projekt, dazu auch Filmaufnahmen, findet man auf der Homepage des FV Wüsting: www.fischereiverein-wuesting.de


 

Renaturierung der Dalumer Moorbeeke

15.06.2020

Der neue Lauf der Dalumer Moorbeeke bei der Einmündung in die Ems (Foto: Jens Salva)

Seit Jahresbeginn wird die Dalumer Moorbeeke in der Gemeinde Geeste in einen naturnahen Zustand versetzt. Die Idee zur Umgestaltung des Gewässers entwickelte sich 2017, als es im Zuge eines Hochwassers zu Uferabbrüchen kam. Nach den Planungen im Jahr 2019 fiel am 21. Januar 2020 der Startschuss zu den Arbeiten im Gelände. Ziel des Projektes ist die ökologische Aufwertung des Unterlaufs der Dalumer Moorbeeke und des Mündungsbereichs in die Ems.

Die Maßnahme wird vom Landkreis Emsland und dem Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband 95 „Ems 1“ gemeinsam mit dem Landesfischereiverband Weser-Ems durchgeführt. Dabei hat sich der LFV durch Planung und Begleitung der Bauausführung in das Gemeinschaftsprojekt eingebracht.

Die Dalumer Moorbeeke ist ein emslandtypischer Wassergraben, der vom Dalum-Wietmarscher Moor aus in begradigtem Bett durch das namengebende Dalum fließt und in die Ems mündet. Für die regionaltypische Flora und Fauna stellen zum einen der gerade Verlauf und zum anderen zwei Sohlbauwerke Hindernisse für eine natürliche Entwicklung dar.

Im Mai 2020 wurde der begradigte Unterlauf der Moorbeeke auf einer Strecke von rund 300 Metern in ein neues Bett mit angrenzender Aue verlegt. Das Sohlbauwerk etwa 50 Meter vor der Mündung in die Ems konnte dabei beseitigt werden. Das Bauwerk verhinderte bislang einen Aufstieg von Fischen in das Gewässer. Durch seine Beseitigung besteht nun wieder eine Durchgängigkeit für Fische und andere Wasserbewohner. Auch von anderen Tierarten außerhalb des Wassers wird die Umgestaltung dankbar angenommen, so haben sich mittlerweile Uferschwalben in den Steilwänden an dem Gewässer angesiedelt.

Im Rahmen des Bauprojektes findet eine Umgestaltung der Landschaft auf rund 10.000 Quadratmetern statt. Neben dem Umbau des Absturzbauwerks und dem Zurückbau einer Wirtschaftswegebrücke wird der Sommerdeich in Teilen verlegt, und es wird eine Auelandschaft gestaltet. „Die Eigenentwicklung des Emsufers wird abschnittsweise zugelassen und der neue Verlauf der Dalumer Moorbeeke soll möglichst sich selbst überlassen bleiben, sagt Britta Düthmann, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen der Gemeinde Geeste.

„Der Unterlauf der Dalumer Moorbeeke wird fischpassierbar und naturnah umgestaltet, die Flächen zur Ems ökologisch aufgewertet und der Hochwasserschutz wiederhergestellt, ohne jedoch die Vorflut negativ zu beeinträchtigen“, zeigt sich der Bürgermeister von Geeste, Helmut Höke, angetan von der Maßnahme. „In ein oder zwei Jahren führt diese Gewässer- und Schutzgebietsentwicklung zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes.“

Ökologische Aufwertung der Wörpe

Einbau von Totholzelementen in die Wörpe (Foto: Jens Salva).

Ende Oktober 2019 wurden gewässerbauliche Arbeiten an der Wörpe durchgeführt. Der Nebenfluss der Wümme soll damit im Bereich Wilstedt durch Renaturierungsmaßnahmen ökologisch aufgewertet werden. Ziel ist es, sowohl den notwendigen Hochwasserablauf als auch das längere Verbleiben des Wassers in diesem Gebiet bei normalem Wasserstand zu erreichen. Dazu wurden an zwei ausgewählten Stellen Totholzelemente eingebaut, um das Gewässer strukturell zu verbessern.

Durch diesen Einbau von Strukturbildern soll die eigendynamische Entwicklung des Gewässers angeregt werden. Die Einengung des Niedrigwasserprofils wird die Schleppkraft des Gewässers erhöhen, wodurch Feinsedimentablagerungen abgetragen werden können. Dadurch werden wiederum übersandete Kiessubstrate freigespült und das Gewässer bekommt wieder eine Dynamik, ohne dass der Wasserabfluss gefährdet ist. Die Maßnahmen führen schließlich zur Ausbildung von Kolken sowie Flachwasserbereichen und lassen damit einen vielgestaltigen Lebensraum entstehen, in dem sich die Flora und Fauna im Wasser und seiner Umgebung besser entwickeln werden.

Für das Projekt konnte die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung als großzügiger Geldgeber gewonnen werden. Mit einem Eigenanteil beteiligt sich auch der LFV Weser-Ems als Projektträger an der Maßnahme.

Die Durchführung der gewässerbaulichen Arbeiten erfolgte in einer partnerschaftlichen Kooperation zwischen dem bauausführenden Gewässer- und Landschaftsverband Teufelsmoor, dem die betreffenden Flächen an der Wörpe gehören, und dem Landesfischereiverband Weser-Ems, der sich im Bereich der Renaturierung von Fließgewässern durch zahlreiche erfolgreiche Projekte einen Namen gemacht hat. Die Planung und die biologisch-fachliche Baubegleitung wurde von dem Verbandsbiologe Dr. Jens Salva durchgeführt.

In Vorgesprächen zu dem Projekt zeigte sich auch der Landkreis Rotenburg/Wümme schnell überzeugt von den Entwürfen des Verbandes und erteilte deshalb umgehend die Genehmigung für deren Umsetzung.

Unterstützt wurde das Vorhaben auch von der Fischereigenossenschaft Wörpe, deren Mitglieder schon lange die Notwendigkeit einer ökologischen Verbesserung des Gewässers erkannt haben.

Schließlich wird die Maßnahme auch von den beiden Pächtern der Wörpestrecke mitgetragen. Für sie wird sich nichts an ihnen Nutzungsmöglichkeiten ändern. Mit ihnen wurde ein neuer Pachtvertrag abgeschlossen, der dann als Unterpachtvertrag mit dem dazwischen geschalteten Landesfischereiverband Weser-Ems vereinbart wurde. Die Unterpächter zeigen sich angetan von dem Projekt und von den damit in Aussicht stehenden Perspektiven für das Gewässer.

Nach ersten Vorgesprächen vor zwei Jahren und Verhandlungen zwischen den beteiligten Verbänden, der Genossenschaft und den Pächtern, erfolgte nun also die praktische Umsetzung der Renaturierung. Nach Abschluss der Baumaßnahmen am Gewässer wird man in der Folgezeit beobachten, wie sich die Eingriffe in den Gewässerlauf auswirken.

 

Kies für die Huder Berne

Kieseinbau in die Huder Berne (Foto: Henning Stilke)

Rund 100 Tonnen Kies wurden am 15.12.2018 in die Huder Berne, einem Pachtgewässer des Fischereivereins Hude, eingebracht. Der 11,4 Kilometer lange Fluss mündet in Berne in die Ollen, die ihrerseits in die Hunte mündet. Über die Weser steigen bereits seit einigen Jahren wieder Meerforellen und vereinzelt Lachse in den kleinen Fluss auf. Außerdem hat die Berne einen beachtlichen Bestand an Bachforellen. Das Laichsubstrat für die Salmoniden erforderte aber dringend eine Überarbeitung und Ergänzung.

Die Maßnahme erfolgte auf einer Strecke von etwa 200 Metern, auf denen acht großzügig angelegte Kiesbetten eingebaut wurden. Bereits während der Bagger noch im Einsatz war, konnte man eine schöne Bachforelle über den hellen Kies huschen sehen. Die großen Wandersalmoniden werden hoffentlich bald folgen.

Der Einbau einer solchen Kiesmenge mit schweren Baugeräten scheint für einen kleinen Angelverein nahezu unerschwinglich. Immerhin musste dafür ein fünfstelliger Eurobetrag hingeblättert werden. Für einen Verein wie den FV Hude mit gerade einmal 40 Mitgliedern entspricht das den gesamten Mitgliedsbeiträgen von mehreren Jahren. In der Zusammenarbeit mit dem Landesfischereiverband Weser-Ems konnte man aber gemeinsam Lösungen für die finanziellen Anforderungen finden, die den Verein nicht so sehr belasten. Mit der Ferdinand-Quirll-Stiftung und dem Landkreis Oldenburg gewann man Geldgeber, mit deren Hilfe die Maßnahme kurzfristig umgesetzt werden konnte.

Verein und Verband bedanken sich für die finanzielle Unterstützung durch Stiftung und Landkreis. Die Wandersalmoniden werden sich durch die Annahme der ausgedehnten, frischen Laichgründe hoffentlich bald ebenfalls als dankbar erweisen.

Kies für die Lachse in Delmenhorst

Einbau von Kiesbetten in die Welse (Foto: Henning Stilke)

150 Tonnen Kies wurden am 28. November 2018 in die Welse im Stadtgebiet von Delmenhorst eingebracht. Kies, der den Lachsen, die vom Atlantik in die Delme und die Welse ziehen, als Laichbett dienen soll. Ohne einen entsprechenden Untergrund aus Kies hätten die Lachse keine Chance, sich fortzupflanzen.

Schon vor sieben Jahren wurden Laichbetten aus Kies in der Welse angelegt. Durch die Laichaktivität der Fische und durch die Strömung in dem Gewässer fanden aber Verlagerungen statt. „Bei der Begehung des Flussufers haben wir erkannt, dass die Kiesbetten nicht mehr im besten Zustand sind“, stellt Werner Husak, der stellvertretende Vorsitzende des Fischereivereins Delmenhorst fest. Deshalb wurde umgehend gehandelt. Gemeinsam mit dem Landesfischereiverband Weser-Ems hat der Verein die erforderlichen Kiesmengen organisiert. Dank finanzieller Unterstützung durch die Bingo Umweltstiftung Niedersachsen konnte das Laichsubstrat rechtzeitig eingebracht werden, ehe die ersten Lachse des Jahres 2018 in der Welse eintreffen.

Erfahrungsgemäß finden sich die Wandersalmoniden in den Wochen vor Weihnachten in Delme und Welse ein, um ihrem Laichgeschäft nachzugehen. In den vergangenen Jahren konnten im Bereich Delmenhorst jeweils etwa 20 Lachse beim Elektrofischen gefangen werden. Die Fische werden nach dem Fang abgestreift und wieder in ihr Element zurückgesetzt. Die befruchteten Eier werden in der Brutanlage in Oldenburg erbrütet und die Jungfische in den Gewässern ausgesetzt – auf dass sie selber als erwachsene Tiere zurückkehren, um sich fortzupflanzen.

So wie die Lachse ursprünglich in den Fließgewässern Nordwestniedersachsens zuhause waren, so gehörte auch der Kies als Strukturelement zu den Gewässern. Durch Begradigung und andere Baumaßnahmen an den Gewässern haben die Flüsse ihre ursprüngliche Struktur verloren. Wanderfische wie Lachse und Meerforellen, die in den Flüssen beheimatet waren, konnten sich nicht mehr fortpflanzen und sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts vollständig aus den Gewässern verschwunden. Die 150 Tonnen Kies, die auf einer Strecke von 350 Metern in der Welse verteilt wurden und acht große Laichbetten für die Lachse bilden, werden ihren Teil zur Wiederansiedlung des Königs der Fische beitragen.

Schaffung einer Laich- und Flachwasserzone am See Dingstede

Dingstede
Hier entsteht die Laich- und Flachwasserzone am See Dingstede (Foto: Jens Salva)

Am See Dingstede zwischen Delmenhorst und Oldenburg fanden im August und September 2017 Baggerarbeiten zur Schaffung einer Laich- und Flachwasserzone statt.

Mit dem Projekt setzt sich der FV Delmenhorst im Rahmen seiner satzungsgemäßen Aufgaben für den Schutz, die Erhaltung und die Förderung der aquatischen Flora und Fauna sowie der im Gewässerumfeld lebenden Arten ein. Um diese Arbeiten sachkundig durchzuführen, werden die Gewässerwarte des Vereins in Fortbildungsveranstaltungen in Theorie und Praxis ausgebildet. Die Umsetzung dieses Wissens an den Gewässern des Vereins ist dabei ein zentrales Ziel.

Am vereinseigenen See in Dingstede, einem ehemaligen Bodenabbaugewässer mit wenig Flachwasserbereichen, bietet sich die Möglichkeit zur Herstellung einer ausgedehnten Flachwasserzone sowie weiterer kleinerer Flachwasserbereiche ohne Anbindung an den See. Im Fokus stehen dabei im Besonderen Aspekte des Fischarten- sowie Amphibienschutzes.

Der ausgedehnte Flachwasserbereich soll eine maximale Wassertiefe von etwa 0,50 bis 1,20 Meter erhalten. Zu den Seitenbereichen wird das Gewässer deutlich flacher mit maximalen Tiefen zwischen 10 und 40 Zentimeter. Aufgrund der geringen Trübung des Gewässers wird die Förderung submerser Makrophyten angestrebt. Die seitlich gelegenen und nicht an den See angebundenen Gewässer erhalten Tiefen zwischen 10 und 30 Zentimeter. Da diese Bereiche nicht an den See angebunden sind und in unterschiedlichen Höhenlagen liegen, wird nur von einer temporären Wasserbeaufschlagung ausgegangen.

Die gesamte Bauausführung wird durch den Fischereibiologen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems fachlich begleitet. Der Aushub in Höhe von 1800 m⊃3; wird abgefahren. Besonderer Wert wird bei der Gestaltung der Gewässer auf die Entwicklung der semiaquatischen Fauna und Flora gelegt. Hierzu werden die Uferbereiche mit unterschiedlichen Neigungen ausgeprägt, so dass sich gut strukturierte Wasserwechselzonen ergeben. Die gesamte Maßnahme wird in den folgenden Jahren durch den Verein begleitet und betreut.

Projektträger der Maßnahme ist der Fischereiverein Delmenhorst e.V. Die Durchführung des Projektes erfolgt mit planerischer und biologischer Begleitung durch den Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. Die Umsetzung der Maßnahme konnte dank finanzieller Unterstützung durch die Bingo-Umweltstiftung realisiert werden.

Baggerarbeiten für den neuen naturnahen Verlauf des Beckstedter Bachs (Foto: Jens Salva)

RENATURIERUNG DES BECKSTEDTER BACHS BEI COLNRADE

BECKSTEDTER BACH
Baggerarbeiten für den neuen naturnahen Verlauf des Beckstedter Bachs (Foto: Jens Salva)

Am 08. August 2017 begannen die Renaturierungsarbeiten am Beckstedter Bach in der Gemeinde Colnrade. Der Beckstedter Bach ist ein rechtsseitiger Zufluss zur Hunte mit einem Einzugsgebiet von kaum 10 Quadratkilometern. Im Mündungsbereich zur Hunte ist der Bach ausgebaut und zeigt einen geradlinigen, strukturarmen Verlauf bei einer Sohlbreite von 1 bis 2 Metern.

Ziel der Renaturierungsmaßnahme ist es, eine naturraumtypische Bachstruktur zu schaffen mit den verschiedenen Elementen eines naturbelassenen Bachlaufs und der typischen Auenstruktur. Dafür wird der begradigte Gewässerabschnitt in Teilbereichen durch einen neuen, naturnahen Verlauf ersetzt. Zusätzlich werden Altarmstrukturen geschaffen, wie sie ähnlich einmal vorhanden waren, durch den Ausbau des Bachs und der Hunte aber verloren gegangen sind.

Für die Umsetzung der Maßnahme wird das Gewässer in Teilabschnitten aus seinem derzeitigen Bett in einen neuen, naturnahen Verlauf verlegt. Dafür wird der anstehende Oberboden auf einer Breite von 10 bis 15 Metern abgetragen. Danach erfolgt die Profilierung des neuen Gewässerverlaufs. Dabei wird durch den gezielten Einbau von Strukturelementen wie Totholz und Kies sowie die Anpflanzung von Gewässer begleitenden Gehölzen wie Schwarzerlen ein reichhaltig strukturierter Gewässerabschnitt geschaffen. Die dadurch erfolgende Aufwertung des Lebensraumes wird vor allem anadromen Wanderfischen wie Neunaugen und Wandersalmoniden sowie auch Kleinfischen sehr entgegen kommen.

Die Maßnahme wird zu einem wesentlichen Teil von der Bingo-Umweltstiftung finanziert. An der Finanzierung hat sich außerdem der Landkreis Oldenburg beteiligt, der sich zudem maßgeblich für die Flächenbereitstellung eingesetzt hat. Weiterhin haben die Ferdinand-Quirll-Stiftung sowie der Fischereiverein Colnrade, der zugleich Träger des Projektes ist, zur Finanzierung der Renaturierungsmaßnahme beigetragen. Die biologische und planerische Begleitung des Projekts erfolgt durch den Landesfischereiverband Weser-Ems.

Siehe dazu auch den Film in der Videogalerie.

RENATURIERUNG DES BECKSTEDTER BACHS BEI COLNRADE

BECKSTEDTER BACH
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ENTWICKLUNG EINES KLEINGEWÄSSERS BEI ESTERWEGEN

Esterwegen
Das Kleingewässer bei Esterwegen wird vertieft und ausgeweitet (Foto: Jens Salva)

Nahe der Ohe bei Esterwegen fanden Mitte März 2017 Bodenarbeiten an einem Kleingewässer statt. Die Maßnahme diente der Wiederherstellung von aquatischem Lebensraum durch Entschlammung und kleinräumige Vergrößerung des Gewässers. Weiterhin sollte eine Anbindung zur Ohe geschaffen werden. Hierdurch soll insbesondere eine Förderung von Amphibien- und Kleinfischarten in Verbindung mit einer Verbesserung der Standortbedingungen für die Vegetation im semiaquatischen Bereich erfolgen.

Das Kleingewässer wurde in den randlichen Bereichen um etwa 150 Quadratmeter vergrößert und teilweise entschlammt. Über eine Rohrleitung wurde eine Verbindung zur Ohe hergestellt, die bei Hochwasser einen Austausch zwischen den beiden Gewässern ermöglicht. In einem weiteren Schritt erfolgte die Abflachung von ausgewählten Uferbereichen in Verbindung mit der Beseitigung von seitlichem Gehölzaufwuchs zur Förderung des Lichteinfalls. Hierdurch entstehen wechselfeuchte Bereiche zur Etablierung typischer Pflanzenarten. Diese Bereiche sollen sich frei entwickeln, wodurch eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Ausgangszustand zu erwarten ist.

Mit der Herstellung einer ausreichenden Gewässertiefe in Verbindung mit strukturellen Verbesserungen der Uferbereiche werden die Voraussetzungen zur Förderung von Kleinfischarten geschaffen, da sowohl ein frostbedingtes Aussticken bzw. Durchfrieren verhindert als auch wichtige Reproduktions- und Aufwuchshabitate geschaffen werden. Ähnliches gilt für Amphibien. Auch hier werden sich ausgedehntere Flachwasserbereiche mit standorttypischer Vegetation positiv auf die Population auswirken.

Als Projektträger hat sich der SFV Esterwegen unter Federführung des 1. Vorsitzenden Johann Thien für die Maßnahme eingesetzt. Die Projektplanung und Baubegleitung lag in den Händen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems.

NEUES SEITENGEWÄSSER FÜR DEN MERSBACH

Mersbach
Hier entsteht das neue Seitengewässer des Mersbachs (Foto: Jens Salva)

Am 25. Januar 2017 begannen die Arbeiten zur Anlage eines Stillgewässers für den Mersbach. Damit soll im Mündungsbereich des Mersbachs nördlich der Stadt Haren an der Ems ein naturnahes Seitengewässer erstellt werden. Das geplante Seitengewässer wird eine Verbindung zum Mersbach erhalten, so dass es die Funktion eines Auengewässers erfüllen kann. Es wird damit den aquatischen Organismen als wichtiger Lebensraum zur Verfügung stehen. Besonders in Hochwasserphasen sowie im zeitigen Frühjahr wird das Gewässer einen wichtigen Rückzugsraum mit geeigneten Habitatsstrukturen für die aquatische Fauna bieten.

Der Anschluss an den Mersbach soll über einen etwa 4 bis 5 Meter breiten Graben erfolgen, der ganzjährig eine Mindestwassertiefe von ca. 0,7 Meter aufweist, um so den freien Wechsel der Organismen zu ermöglichen. Die voraussichtliche Ausdehnung des Seitengewässers ist mit etwa 1500 Quadratmetern anzusetzen. Die maximale Wassertiefe wird bei etwa 1-1,5 Metern liegen. Zu den Uferbereichen wird das Gewässer flach auslaufen, um den an die Wasserwechselzone angepassten Tieren und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Der anfallende Bodenaushub in Höhe von ca. 1500 Kubikmetern wird aus dem gesetzlich festgelegten Überschwemmungsgebiet verbracht.

Die biologische Baubegleitung erfolgt durch den Fischereibiologen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems. Projektträger ist der SAV Haren/Ems. Zusätzlich zum Sportanglerverein sind als Geldgeber an dem Projekt beteiligt, die Ferdinand-Quirll-Stiftung, die Bingo-Umweltstiftung, die Naturschutzstiftung Landkreis Emsland und erstmals aktiv auch die im vergangenen Jahr gegründete Stiftung Emsländische Gewässerlandschaften.

ENTSTEHUNG EINES NEUEN SEITENGEWÄSSERS DES MERSBACHS

Mersbach
Mersbach
Mersbach
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Mersbach
Mersbach
Mersbach

EIN NEUES SEITENGEWÄSSER DER EMS

Emsbüren
Luftaufnahme vom neuen Seitengewässer der Ems bei Emsbüren (Foto: Team Kram Air)

An der Ems entsteht in der Gemeinde Emsbüren ein neues naturnahes Seitengewässer, das die Funktion eines Altarms erfüllen soll. Wir haben hier bereits über die Anfänge der Arbeit informiert. Jetzt sind die Baggerarbeiten beendet, das künftige Nebengewässer hat erkennbar seine geplante Gestalt erhalten. Jetzt gilt es nur noch, den Bodenaushub abzufahren.

Der SFV Salzbergen ist als Träger der Maßnahme aktiv. Sein 1. Vorsitzender, Walter Willemsen, berichtet, dass es bereits eine Begehung mit dem Außenbeamten des Landkreises Emsland, Hermann Fehnker, gegeben hat. Die Begutachtung des augenblicklichen Projektzustandes ist zu allgemeiner Zufriedenheit ausgefallen.

Nach dem Abtransport des Aushubs ruht die Baustelle bis zum Frühjahr. Dann werden die Wiese und der Sommerdeich mit einer speziellen Grassamenmischung neu angesät. Das Saatgut stellt der Landkreis Emsland zur Verfügung. Wenn das Ganze gut angewachsen ist, wird das Nebengewässer im Frühjahr 2017 an die Ems angeschlossen.

ENTSTEHUNG EINES NEUEN EMS-NEBENGEWÄSSERS BEI EMSBÜREN

Emsbüren
Emsbüren
https://www.lfv-weser-ems.de/gewaesserprojekte.php
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Emsbüren
Emsbüren
Emsbüren

DIE WAPEL MÄANDRIERT WIEDER

WAPEL
Luftaufnahme vom neuen Gewässerverlauf der Wapel (Foto: A. Brunken)

Der Fluss Wapel erhielt dank der Molkerei Ammerland und dem Entwässerungsverband Jade in Zusammenarbeit mit dem Sportfischerverband Weser-Ems ein ganz neues und ursprünglicheres Gesicht. Bislang kannte man die Wapel westlich der Ortschaft Jaderberg nur als schnurgerade fließenden Entwässerungskanal. Im Oktober 2015 sind jedoch schwere Baufahrzeuge an der Landkreisgrenze zwischen Friesland und Ammerland angerückt, um dem begradigten Fluss einen neuen, einen verschlungenen, mäandrierenden Lauf zu geben. Damit soll die Wapel, ein Nebenfluss der Jade, zugleich zu neuem Leben erweckt werden. Die Bewohner des Flusses sind nahezu ausgestorben. Mit der Revitalisierung des Gewässers sollen die typischen Tier- und Pflanzenarten kleiner Niederungsflüsse wieder zurückkehren in ihren charakteristischen Lebensraum.

Die Renaturierung der Wapel wurde vom Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. geplant und unter Bauaufsicht von Dr. Jens Salva durchgeführt. Eine Flussstrecke von bislang einem Kilometer Länge wurde durch den neuen kurvenreichen Verlauf auf 1,4 Kilometer erweitert. Eine solche Bodenbewegung war auch für den erfahrenen Planer von Gewässerbauten nicht alltäglich. Die Verlegung der Wapel in ein natürlich mäandrierendes Flussbett stellte schließlich eine der größten Renaturierungsmaßnahmen im Nordwesten Niedersachsens dar.

Den Ausgangspunkt für das Projekt bildete die Molkerei Ammerland e.G. Mit der geplanten Ausweitung ihrer Produktion wird die Molkerei in Zukunft mehr Abwasser produzieren. Zu viel für die Wapel in ihrem geradlinigen Flussbett. Eine umweltfreundliche Lösung für den Wasserabfluss musste gefunden werden. Auf solche Lösungen ist der Sportfischerverband als anerkannte Naturschutzvereinigung spezialisiert. In zahlreichen wasserbaulichen Projekten hat der Verband bereits seine Kompetenz in Sachen Gewässerrenaturierung unter Beweis gestellt. Und so ist er auch für die anspruchsvolle Aufgabe an der Wapel der richtige Partner.

Die Projektmanagerin der Molkerei, Bettina Freese, hat sich mit der Geschäftsleitung die Baumaßnahmen im Gelände angesehen und ist überzeugt: „Das ist ein tolles Projekt. Wenn man durch solche Rückbaumaßnahmen aus der Landschaft verschwundene Tiere und Pflanzen wieder zurückbringen kann, dann lohnt sich die Investition.“ Das Konzept hat schließlich nicht nur die Molkerei, sondern auch den Entwässerungsverband Jade und den Landkreis Ammerland überzeugt, der die Baumaßnahme genehmigt hat.

Die gemeinsame Anstrengung zeigt ein deutliches und für die Region ungewohntes Bild, das von einer speziellen Fachfirma in die Landschaft eingegraben wird. Der neue, verschlungene Flusslauf sieht aus wie eine Miniatur des Amazonas. Und ähnlich wild und natürlich soll der kleine Fluss auch bald wieder strömen.

Mit einer Strukturvielfalt aus Kurven, unterschiedlichen Tiefen und Breiten sowie wechselndes Strömungsverhältnissen ist ein vielgestaltiger Lebensraum entstanden. Auch das direkte Umland wurde bei der Neugestaltung einbezogen und verwandelte sich mit unregelmäßigen Senken in die charakteristische Auenlandschaft eines Niederungsflusses. Schließlich wird mit der Anpflanzung von Gewässer begleitender Gehölzen wie Schwarzerlen die regional typische Vegetation wiedererstehen.

Nach 10 Monaten Bauzeit erfolgte im Sommer der Anstich für das neue Flussbett. Jetzt wird die Wapel wieder attraktiv für Amphibienpopulationen und wasserbewohnende Insekten. Und auch für die Rückkehr der einheimischen Fischarten zeigt sich das Gewässer gerüstet. Durch die Einbringung von Kies ins Flussbett wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit sich selbst kieslaichende Fischarten wie Neunaugen und Meerforellen wieder einfinden und fortpflanzen können.

Auch wenn die Erdarbeiten abgeschlossen sind, ist das Projekt für den Sportfischerverband Weser-Ems noch nicht beendet. Denn nun wird die Entwicklung der Flora und Fauna an der Wapel beobachtet. Die beiden Umweltwissenschaftlerinnen Janna Kruse und Ann-Katrin Ochtrop werden ihr Masterarbeit in Zusammenarbeit mit dem Landesfischereiverband und der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg über die Renaturierung der Wapel verfassen.

DIE WAPEL BEKOMMT EINEN NEUEN, NATURNAHEN VERLAUF

Wapel
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KIES FÜR DIE LETHE

Lethe
In der Lethe werden neue Kiesbänke angelegt (Foto: Jens Salva)

Wenn Fischarten in unseren Flüssen dauerhaft wieder heimisch werden sollen, reicht es nicht, Jungfische einzusetzen. Man muss ihnen auch geeignete Bedingungen zur Fortpflanzung schaffen. Genau das geschah auf einer rund 200 Meter langen Strecke der Lethe bei Wardenburg. In dem Flussabschnitt im Bereich „Bei der Wardenburger Mühle“ wurden aus 320 Tonnen Kies Laich- und Aufwuchshabitate für kieslaichende Wanderfische. Fische wie Lachs, Meerforelle und Neunauge, die zeitweise ganz aus der Lethe verschwunden waren, sollen wieder die Wasserlandschaft finden, die sie zum Laichen und Überleben brauchen.

Unter Bauleitung des Sportfischerverbands Weser-Ems brachte der Fischereiverein Wardenburg mit fünf Kiesbänken ein Stück ursprüngliche Flussnatur zurück in die Lethe. Damit solch ein Projekt zur Renaturierung gelingt, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. In diesem Fall gab es ein vorbildliches Miteinander des Landkreises Oldenburg, der Hunte-Wasseracht und des Fischereiverein Wardenburg. Lobenswert war auch der Einsatz der Firma Agrarfrost, die einen Teil der Steine kostenlos angeliefert hat.

Mit den 5 bis 10 Meter langen Kiesbänken werden aber nicht nur Laichplätze geschaffen. Die gesamte Flussstruktur wird damit vielfältiger und für die Wasserbewohner attraktiver. Der Flussabschnitt bekommt mehr Tiefenvarianz, die zur Ausbildung von Flachwasserbereichen und tiefen Kolken führt. Neben der strukturellen Aufwertung bewirken die Kieseinbauten auch eine Stabilisierung des Gewässerbetts.

Für die stark verbaute Lethe bedeutet der Kieseintrag einen wichtigen Schritt zurück zu mehr Lebensqualität für ihre Bewohner. Dem FV Wardenburg sind solche Maßnahmen ein großes Anliegen. Der Vereinsvorsitzende Paul Riefstahl betont, dass es seinem Verein nicht nur ums Fische fangen geht. „Wir wollen die Natur des Flusses, so gut es geht, wieder herstellen und dafür sorgen, dass die Fische sich selbst fortpflanzen.“

Noch wird künstlich nachgeholfen, wenn die Wanderfische in die Lethe aufsteigen. Der Rogen wird in der Brutanstalt in Oldenburg befruchtet, und die Brütlinge werden im Fluss ausgesetzt. Vielleicht kann sich der Nachwuchs aus diesem Jahr aber eines Tages auf den neuen Kiesbänken eigenständig fortpflanzen.

EINBRINGUNG VON KIESBÄNKEN IN DIE LETHE

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LÖNINGER MÜHLENBACH BEKOMMT NEUES BETT

Mühlenbach
Spatenstich für den neuen Bachverlauf am 18.10.2016 (Foto: Jens Salva)

Am Löninger Mühlenbach wurden auf einer etwa 900 Meter langen Ausbaustrecke, die sich nördlich des vorhandenen Bachverlaufs befindet, Renaturierungsarbeiten durchgeführt. Parallel zu den Aushubarbeiten, die eine Firma aus Verl bei Gütersloh ausführte, wurden die neuen Uferböschungen durch Grassoden befestigt, so dass sie sich im Laufe des nächsten Jahres stabilisieren können. Anfang 2018 sollen dann das neue Bachbett geflutet und die Arbeiten oberhalb der Duderstädter Brücke fortgeführt werden. Als Fernziel ist für die gesamte Strecke bis Löningen eine ähnliche Renaturierungsmaßnahme geplant. Hierfür läuft seit einiger Zeit das notwendige Flurbereinigungsverfahren.

Anders als beim alten kanalartigen Bachbett wird der Mühlenbach künftig in vielen geschwungenen, naturnah verlaufenden Mäandern das Gebiet durchfließen. Das alte Bachbett wird dann als Altwasser Fischen, Vögeln, Amphibien und Insekten einen neuen Lebensraum bieten, fehlen doch nach dem Gewässerausbau in den 1960er Jahren weitgehend die Laich- und Rückzugsräume für diese Tiergruppe.

Am Rande des Flusslaufs sollen Randstreifen, ein Auenwald, Erlen-Bruchwälder und Kleinwasserzonen entstehen. Durch diese Maßnahme wird eine ökologisch hochwertige Flusstalaue mit Flachwasserbereichen entstehen. Damit wird ein wichtiges und zukunftweisendes „Leuchtturmprojekt“ der Stadt Löningen, so Bürgermeister Marcus Willen in seiner Begrüßungsrede beim Ersten Spatenstich, zur Verbesserung des ökologischen Zustands des Löninger Mühlenbachs realisiert.

Bereits im Verlauf des Jahres 2005 war der Löninger Mühlenbach gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) in einem aufwändigen Verfahren untersucht worden, wobei die ökologischen und ökonomischen Verhältnisse die Hauptschwerpunkte bildeten. Er war vor Jahrzehnten durch Begradigungs- und Entwässerungsmaßnahmen stark in seinem Verlauf und seiner Struktur verändert worden, ähnelt also mehr einem Entwässerungskanal. Ziel der Untersuchungen war damals festzustellen, durch welche Maßnahmen und mit welchen Kosten der Zustand des Mühlenbachs entscheidend verbessert werden könnte. Schnell stellte sich aber heraus, dass die Renaturierung des gesamten Mühlenbachs mit seiner Gesamtlänge von 24 Kilometern in den Bereichen Löningen, Lastrup und Cloppenburg Millionen an Kosten verursachen würde.

Dank des Engagements des Löninger Bauamtsleiters Hermann Dirks in enger Zusammenarbeit mit Manfred Kramer (Hasewasseracht), Jürgen Herpin (Dachverband Hase), dem Fischereibiologen Dr. Jens Salva (Landesfischereiverband Weser-Ems) sowie den Planungsbüros Diekmann & Mosebach aus Rastede und IDN aus Oyten kann jetzt zumindest im Bereich Löningen eine wesentliche Verbesserung realisiert werden, da diese Flächen mit einem hohen Faktor als Kompensationsflächen für versiegelte Flächen in Bau- und Industriegebieten angerechnet werden können.

NEUES BETT FÜR DIE WOPPENKAMPER BÄKE

WOPPENKAMPER BÄKE
Der neue, naturnahe Verlauf der Woppenkamper Bäke (Foto: Jens Salva)

Der begradigte, naturferne Teilabschnitt der Woppenkamper Bäke im Bereich des Neuenburger Urwaldes westlich von Bockhorn im Kreis Friesland hat wieder einen natürlichen Verlauf mit typischen Auenstrukturen bekommen. Für den Bach wurde auf einem Abschnitt von ca. 400 Metern ein neuer mäandrierender Verlauf geschaffen. Am 11. Mai war der Durchstich vom begradigten zum neuen, naturnahen Bachbett.

Durch den zusätzlichen gezielten Einbau von Strukturelementen wie Totholz und Kies hat der Bach vielfältige Strukturelemente erhalten. Die Maßnahmen fanden im Rahmen einer biologischen Planung und Baubegleitung durch den Landesfischereiverband Weser-Ems statt.

In Verbindung mit der Schaffung des neuen Gewässerverlaufs wurde die Wiederherstellung der Durchgängigkeit an einem Sohlabsturz erreicht. Der Gefällesprung betrug ca. 1 Meter, was für die meisten Fischarten nicht zu überwinden war. Dadurch war ihnen eine stromauf gerichtete Wanderung nicht möglich.

Mit dem neuen Bachbett hat die Woppenkamper Bäke zum einen eine reichhaltige Strukturierung erhalten und zum anderen eine uneingeschränkte Durchgängigkeit. Das kommt nicht nur den Wanderfischen, sondern allen Bewohnern des Gewässers zugute, die nun ungehindert ihren bevorzugten Lebensraum in dem Fließgewässer aufsuchen können.

EIN NEUES BACHBETT FÜR DIE WOPPENKAMPER BÄKE

WOPPENKAMPER BÄKE
WOPPENKAMPER BÄKE
WOPPENKAMPER BÄKE
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WOPPENKAMPER BÄKE
WOPPENKAMPER BÄKE
WOPPENKAMPER BÄKE

NEUE FORSCHUNGEN ZUM RITTRUMER MÜHLENBACH

RITTRUMER MÜHLENBACH
Kiesbänke im Rittrumer Mühlenbach bilden die Voraussetzung für die Wiederansiedlung von Wandersalmoniden
(Foto: Jens Salva)

Im Jahr 2013 wurde auf einer Länge von 360 Metern Kies in den Rittrumer Mühlbach nordöstlich von Großenkneten eingebracht. Im Oktober 2014 erfolgte die Fortsetzung der Revitalisierung durch die Anlage von Kiesbänken auf einer Länge von etwa 200 Metern. Damit ist der Rittrumer Mühlbach bis auf 100 Meter von der Mündung bis zum Fischaufstieg bei der Wassermühle mit Kiesbänken bestückt. Dieses umfangreiche Revitalisierungsprojekt wurde vom Sportfischerverein Huntlosen e.V. mit fachlicher Beratung durch den Landesfischereiverband Weser-Ems realisiert.

Ziel der Maßnahme war es, Laichhabitate für die Salmoniden im Rittrumer Mühlbach zu schaffen. Ob das tatsächlich gelungen ist, wird jetzt von Ole Vollmerding im Rahmen seiner Masterarbeit wissenschaftlich untersucht. Seit November 2015 führt der Biologe seine Untersuchungen durch. Die Entnahme von Proben wird er noch bis Juni dieses Jahres fortsetzen. Die Fertigstellung und Abgabe der Arbeit ist für den Herbst geplant.

Im Moment wäre es noch zu früh, Ergebnisse darüber zu formulieren, wie die Laichhabitate sich für die Fortpflanzung von Meer- und Bachforellen eignen. Im Interesse des Naturschutzes und der Angler wünscht man sich selbstverständlich einen durchschlagenden Erfolg der Laichhabitate. Es deutet sich mit den bisherigen Proben jedoch an, dass die Versandung in dem Gewässer die Qualität der Laichhabitate beeinträchtigt.

Wie auch immer das Ergebnis der Masterarbeit ausfallen wird, die Untersuchungen werden mit Sicherheit einen wichtigen Baustein für die Erkenntnisse über die Laichhabitate der Salmoniden in Nordwestdeutschland darstellen.

LAICH-UND FLACHWASSERZONE FÜR DEN BÖSSELHAUSER SEE 

BÖSSELHAUSER SEE
Der neu geschaffene Flachwasserbereich soll den Bewohnern des Bösselhauser Sees als Laichgebiet dienen
(Foto: Jens Salva)

Für den AV Jever gehören der Schutz, die Erhaltung und die Förderung der aquatischen Flora und Fauna sowie der im Gewässerumfeld lebenden Arten satzungsgemäßen zu seinen Aufgaben. Um diesen Anforderungen sachkundig gerecht werden zu können, werden die Gewässerwarte des Vereins in Fortbildungsveranstaltungen in Theorie und Praxis ausgebildet. Die Umsetzung dieses Wissens an den Gewässern des Vereins ist ein zentrales Ziel.

Am Bösselhauser See, einem ehemaligen Bodenabbaugewässer mit wenig Flachwasserbereichen, bietet sich für dem Verein jetzt die Möglichkeit zur Herstellung einer ausgedehnten Flachwasserzone. Am 11. 10. 2016 begannen die Arbeiten für diese Maßnahme.

Der zu erstellende Flachwasserbereich soll eine Ausdehnung von ca. 1000 m⊃2; erhalten. Die maximale Wassertiefe wird mit etwa 50 bis 100 Zentimeter veranschlagt. Aufgrund der geringen Trübung des Bösselhauser Sees wird die Förderung submerser Makrophyten angestrebt. Die gesamte Bauausführung wird durch den Fischereibiologen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems fachlich begleitet. Besonderer Wert wird bei der Gestaltung des Gewässers auf die Entwicklung der semiaquatischen Fauna und Flora gelegt. Hierzu werden die Uferbereiche mit unterschiedlichen Neigungen ausgeprägt, so dass sich gut strukturierte Wasserwechselzonen ergeben. Die gesamte Maßnahme wird in den folgenden Jahren durch den Verein begleitet und betreut.

HOLLÄNDISCHE EXPERTEN BESUCHEN DEN ESCHENBACH

ESCHENBACH
Ingenieure, Hydrologen und Ökologen aus den Niederlanden bei der Besichtigung des Eschenbachs
(Foto: Jens Salva)

Holländer sind Experten in Fragen des Wasserbaus, das ist weltweit bekannt. Umso bemerkenswerter ist es, wenn sie die deutschen Nachbarn besuchen, um von den Baumaßnahmen an ihren Gewässern zu lernen. So ist es am 10. Mai 2016 geschehen, als eine Delegation von Ingenieuren, Hydrologen und Ökologen aus den Niederlanden zu Besuch beim Landesfischereiverband Weser-Ems war, um die Maßnahmen am Eschenbach nördlich von Harpstedt zu begutachten.

Die Strukturverbesserungen am Eschenbach führte der Verband gemeinsam mit den Vereinen FV Twistringen, FV Delmenhorst und ASV Harpstedt durch. Jetzt liegt die Pflege des Gewässers in den Händen des ASV Harpstedt. Ziel des Projektes war es, im Rahmen einer sogenannten In-stream-Maßnahme dem „Bach im Bach“ mehr Struktur zu geben. Durch Einengung des Bachlaufes und Erhöhung der Fließgeschwindigkeit bilden sich dabei vielfältigere Strukturen aus, die den Bewohnern des Gewässers zugutekommen. Erkennbar profitieren jetzt bereits die Meerforellen als Wandersalmoniden und die Neunaugen von der Strukturverbesserung.

Bei dem Besuch des Eschenbachs zeigten sich die Experten aus Holland in Begleitung von Dr. Jens Salva vom Landesfischereiverband und dem Vorsitzenden des ASV Harpstedt, Gerhard Helmts, beeindruckt von dem Ergebnis der Renaturierungsmaßnahme. Solch ein Projekt, so waren sich die Fachleute einig, könnte man sich auch sehr gut übertragen auf Gewässer in den Niederlanden vorstellen. Ein besseres Kompliment für die Arbeiten am Eschenbach kann man sich doch kaum wünschen.

DURCHGÄNGIGKEIT FÜR DEN HAKENGRABEN

HAKENGRABEN
Der Hakengraben ist wieder durchgängig für seine Bewohner. 
(Foto: Jens Salva)

Der Hakengraben in Rühle, südlich von Meppen, hat als Nebengewässer der Ems eine hohe Bedeutung als Laichgewässer für diverse Fischarten. Zur Herstellung der Durchgängigkeit wurde in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Emsland und dem Unterhaltungs- und Landschaftsverband Nr. 95 „Ems I“ ein vorhandenes Querbauwerk in eine Sohlgleite umgestaltet.

Für den Projektträger, den Sportanglerverein Rühle 1959 e.V., ist es bereits das zweite Projekt dieser Art. Der Landesfischereiverband Weser-Ems steht dem Verein dabei mit fachlicher Beratung und Unterstützung bei der technischen Durchführung zur Seite.

Die gewässerbaulichen Maßnahmen des Projekts bewegen sich in einem Kostenrahmen von rund 40.000 Euro. Die Maßnahme wird von der Bingo-Stiftung gefördert und von der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, dem Unterhaltungs- und Landschaftsverband Nr. 95 „Ems I“ sowie dem Sportanglerverein Rühle mit finanziert.

ANLAGE VON KIESLAICHPLÄTZEN IN DER KIMMER BÄKE

KIMMER BÄKE
Die Kimmer Bäke wurde durch die Anlage von Kieslaichplätzen aufgewertet
(Foto: Jens Salva)

Die Kimmer Bäke wurde, wie viele andere Gewässer in der norddeutschen Tiefebene auch, in weiten Teilen ausgebaut. Viele wertvolle Gewässerstrukturen gingen dadurch verloren. Davon betroffen waren unter anderem die kiesigen Sohlstrukturen, die als notwendige Habitate zur Reproduktion von Neunaugen und Salmoniden unerlässlich sind. Um die Strukturen wieder herzustellen, wurden gezielt Kiesbänke eingebaut.

Ein weiteres Ziel dieses Projekts war die die Förderung der Gewässerdynamik. Auf einer Strecke von ungefähr 500 Metern wurden 105 Tonnen Kies ins Gewässer eingebracht. Auf diese Weise wurde nicht nur die Sohlstruktur aufgewertet, sondern auch wichtige neue Lebensräume geschaffen und die bereits seit 10 Jahren existierenden Bemühungen zur Wiederansiedlung anadromer Salmoniden im Gewässersystem unterstützt.

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REVITALISIERUNG DER RAMMELBECKE

RAMMELBECKE
Einbau von Kiesbänken in die Rammelbecke
(Foto: Jens Salva

Bei der Revitalisierung der Rammelbecke stand für den SFV Nordhorn e.V. die Schaffung von Laich- und Aufwuchshabitaten für kieslaichende Arten und die Herstellung der Durchgängigkeit an einem vorhandenen Sohlabsturz im Vordergrund. Um diese Ziele zu erreichen, wurden auf einer Strecke von ca. 300 Metern mehrere Kiesbänke eingebaut. Die Bänke erstreckten sich über die gesamte Gewässerbreite, hatten eine Länge von 5 bis 7 Metern sowie eine Schichtdicke von ca. 30 bis 40 Zentimeter.

Insgesamt wurden sechs bis acht Bänke eingebaut, durch die in zuvor vorhandener Sohlabsturz ersetzt werden konnte. Das vorhandene Gefälle konnte zur Wiederherstellung dynamischer Verhältnisse innerhalb des Gewässers genutzt werden. Durch den gezielten Kieseinbau ist zusätzlich von einer Erhöhung der Tiefenvarianz auszugehen, da sich Kolke sowie Flachwasserbereiche ausbilden und somit im und am Gewässer ein vielfältiger Lebensraum entsteht.

Die Strömung kann in Abhängigkeit der örtlichen Gegebenheiten zur begrenzten eigendynamischen Entwicklung des Gewässers genutzt werden. Der Einbau der einzelnen Kiesbänke erfolgte in Abhängigkeit der örtlichen Verhältnisse (Strömungsverteilung, Gewässerbreite, Gefälle).

 

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RENATURIERUNG DES HOLTORFER BACHES

Holtorfer Bach
Der Holtorfer Bach bildet ein gutes Beispiel für erfolgreiche Gewässerrenaturierung.
(Foto: Jens Salva)

Bei der Renaturierung des Holtorfer Baches waren die Herstellung eines naturraumtypischen Geestgewässers mit gewässerbegleitender Aue, die Förderung von bach- und auentypischer Flora und Fauna sowie die Entwicklung naturnaher Bachstrukturen wichtige Ziele bei der Umsetzung des Projekts. Zudem wird die Durchgängigkeit und damit der Auf- und Abstieg der Fischfauna durch eine optimale Anbindung an das Hauptgewässer Hunte erreicht.

Durch Bodenabtrag und Profilierung wurde die Aue so gestaltet, dass sie im Überflutungsfall mittels eines externen Sandfangs einen Rückgang des Feinsedimenttransportes in die Hunte bewirkt und die zeitweise Entnahme von Sedimenten schonend möglich ist. Die Sohle wurde mit Hartsubstrat profiliert und soll Kieslaichern wie z.B. Neunaugen als Laichhabitat dienen. Zudem wurde in unmittelbarer Nähe des Mündungsbereichs des Holtorfer Bachs ein Altarm mit Anschluss an die Hunte geschaffen und in den Auenbereich integriert.

Die Entwicklungsziele wurden dahingehend definiert, dass sich in den kommenden Jahren unter anderem ein lichter Erlenauwald etablieren soll. Durch die Verbindung von einzelnen Gebüsch- und Waldstrukturen hat die Maßnahme eine hohe Naturschutzrelevanz und fördert nachhaltig die Amphibien- und Eisvogelpopulation

Von Anfang an war die Maßnahme ein Kooperationsprojekt. Die Projektrealisierung wurde durch reduzierte Bürokratie und schnelle Amtswege vorangetrieben. Während der gesamten Bauphase gab es eine fachliche biologische Begleitung. Die Umsetzung wurde mit großem bürgerschaftlichen Engagement durchgeführt.

Das Projekt wurde 2012 im Rahmen des Niedersächsischen Gewässerwettbewerbes "Bach im Fluss" mit der Niedersächsischen Bachperle in der Kategorie Ehrenamt ausgezeichnet.

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RENATURIERUNG DER ELLENBÄKE

ELLENBÄKE
Die Ellenbäke wurde wieder in einen naturnahen Zustand versetzt. 
(Foto: Jens Salva)

Der ortsansässige Fischereiverein, der Tückerverein Goldenstedt, hatte sich zum Ziel gesetzt, die strukturarme Ellenbäke wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen, um den eigentlich gewässertypischen kieslaichenden Arten zu neuem Lebensraum zu verhelfen. Aus der Tatsache, dass der Oberlauf der Ellenbäke bereits naturnahe Strukturen aufwies, ergaben sich nicht nur gute Erfolgschancen zur Wiederansiedlung von Bachneunaugen und Meerforellen, sondern auch die Möglichkeit, für das gesamte Gewässer das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie, den guten ökologischen Zustand, zu erreichen.

Die Maßnahme am Unterlauf der Ellenbäke wurde gemeinsam mit dem zuständigen Unterhaltungsverband, der Hunte-Wasseracht, und dem Landesfischereiverband Weser-Ems geplant und umgesetzt. Die erforderliche Fläche im Seitenraum wurde durch den Landkreis Vechta zur Verfügung gestellt. Das Gewässer wurde in Teilabschnitten verlegt, um einen naturnahen Verlauf mit angrenzender Sekundäraue zu schaffen. Dazu wurde der anstehende Oberboden auf einer Breite von 10 bis 15 Zentimetern bis in die entsprechende Tiefe abgetragen. Danach erfolgte die Profilierung des neuen Gewässerverlaufs mit dem Bagger.

Zur Minimierung der Sandfrachten wurde das schmale Niedrigwasserprofil durch Grassoden provisorisch gesichert. Darüber hinaus erfolgte ein gezielter Einbau von Totholz, Kies und anderen Strukturelementen. Der Tückerverein pflanzte gewässerbegleitende Gehölze (Schwarzerlen) und übernahm die Gewässerunterhaltung.

Aufgrund zweier unterquerender Gasleitungen musste ein Teilbereich von der Neutrassierung ausgenommen werden. In diesem Abschnitt ließen die Randbedingungen nur einen leichten Abtrag des Oberbodens zur Schaffung einer Auenstruktur zu.

Der neue, reichhaltig strukturierte Bachverlauf erfüllt alle Erwartungen. Mittlerweile sind Bachneunaugen und Meerforellen in der Ellenbäke nachgewiesen, und das gesamte Gewässer ist auf den Karten der Wasserrahmenrichtlinie als "guter ökologischer Zustand" eingestuft. Damit ist dem Projekt ein großer ökologischer Nutzen bei relativ geringem Mitteileinsatz zu bescheinigen.

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