ANGELFISCHERVERBAND IM
LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS E.V.

Junger Zander im Burwiesenschlot

18.11.2025

Im Rahmen der Kartierungen der Fischereibiologischen Station Ems-Hase wurde beim Elektrofischen ein junger Zander im Burwiesenschlot nachgewiesen, einem Graben westlich der Ems, der zwischen Niederlangen und Sustrum in die Ems mündet. In der Region werden häufig junge Flussbarsche in den kleinen Fließgewässern oder Gräben gefangen, die an die Ems und Hase angeschlossen sind. Für den Zander-Nachwuchs scheinen diese Gewässer allerdings eine geringere Bedeutung zu haben. So war dieser Zander bisher eine absolute Ausnahme.         
Dass die Zander anders als Barsche in den flachen Gräben so gut wie nicht nachweisbar sind, hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass sowohl juvenile als auch adulte Zander hohen Lichteinfall meiden. Sie bevorzugen eher tiefere und trübe Gewässer. Vermutlich halten sich die jungen Zander eher in Altarmen mit ausreichender Wassertiefe und hartem Substrat auf. Ein gesicherter Nachweis für die Kinderstuben der Zander konnte in der Region aber noch nicht erbracht werden. Somit ist auch unklar, von wo es den Jungzander in den Graben verschlagen hat.  
Weder Zander noch Flussbarsch sind gefährdet im Emsland. Da sie Generalisten sind (geringe Ansprüche an ihre Umwelt) und auch von invasiven Arten wie der Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus) als Nahrungsquelle profitieren, sind sie in den meisten fließenden Gewässern häufig vertreten.     
Der Zander (Sander lucioperca) gehört, wie der Flussbarsch (Perca fluviatilis), zur Familie der „Echten Barsche“ (Percidae). Die beiden Arten teilen daher einige Gemeinsamkeiten wie das Vorhandensein von zwei Rückenflossen, wobei die erste mit harten Strahlen versehen ist. Anders verhält es sich beim Jagdverhalten: während der Zander besonders in der Dämmerung und Dunkelheit ein effektiver Jäger ist, beschränkt sich die Aktivität des Flussbarschs meistens auf die helle Tageszeit. Zwei Gründe dafür sind die vergleichsweise großen Pupillen und eine besondere Pigmentschicht im Auge des Zanders, das Tapetum lucidum. Diese erhöht die Chance, dass einfallendes Licht vom Zanderauge wahrgenommen wird, sodass er auch nachts gut sehen kann. Weiterhin unterscheidet sich die Fortpflanzungsbiologie der beiden Arten: zur Fortpflanzung legen Zander Nester von 0,5 Meter Breite und ca. 10 Zentimeter Tiefe in sandigem bis kiesigem Substrat an. Dieses wird bis zum Schlupf der Larven aggressiv vom Zandermännchen verteidigt. Flussbarsche hingegen legen ihren Laich in sogenannten Laichbändern ab, die an den Oberflächen von Pflanzen, Holz oder Steinen haften. Als Jungfische leben sowohl Zander als auch Flussbarsche gesellig mit anderen Artgenossen, wobei situativer Kannibalismus keine Seltenheit ist.

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