ANGELFISCHERVERBAND IM
LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS E.V.

JHV des Verbandes der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei

07.03.2026

Am 6. März fand die Jahreshauptversammlung des Verbandes der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei im Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. in Neuharlingersiel statt. Der Verbandspräsident Dirk Sander berichtete über die Situation der Fischer und die Entwicklungen der Fischerei im Jahr 2025.
Unerwartet positiv entwickelte sich das Jahr für die Krabbenfischer, die nach sechs unterdurchschnittlichen Jahren im Sommer eine rasant einsetzende Steigerung der Fangmengen und damit bezüglich der Umsätze ein Rekordjahr erleben durften.
Die Anlandungen der Muschelfischer fielen dagegen erneut extrem gering aus. Dafür werden erhöhte Sedimentfrachten durch das exzessive Baggern und Verklappen im Rahmen von Fahrrinnenvertiefungen, Hafenbauten und Kabeltrassen verantwortlich gemacht.
In der Sparte der Kleinen Hochseefischerei konnte die Fangmenge im Jahr 2025 gesteigert werden, was allerdings nur daran lag, dass ein weiteres Fahrzeug in den Verband eingetreten ist. Unter den wirtschaftlich wichtigsten Arten hat der Tintenfisch innerhalb weniger Jahre den ersten Platz eingenommen. Weitere häufige Arten sind Scholle, Kaisergranat, Kabeljau, Steinbutt und Seezunge.
Die Fischereibetriebe werden durch eine zunehmende Bürokratie belastet. Seit Januar sind zusätzliche Meldepflichten hinzugekommen. So muss die Rückkehr in den Hafen vier Stunden vor Ankunft angemeldet werden, obwohl Fangdaten über das elektronische Logbuch in Echtzeit an die Behörden übermittelt werden.
Die Fischerei kämpft in der gesamten Nordsee mit dem Ausbau der Offshore-Windparks. In anderen Ländern Europas wird ein Miteinander der Fischerei und der Windparks erprobt, während in Deutschland das eine durch das andere ausgeschlossen wird. Dabei ist auch hier ein Miteinander dringend erforderlich.
Aus Gründen des Umweltschutzes sollen der Fischerei weitere Gebiete entzogen werden, obwohl es keine nachweislichen Schädigungen durch die Fischerei gibt. Aus Sicht der Fischerei ist es vollkommen unverständlich, dass eine Nutzung, die nachweislich keine messbaren Folgen hat, weiter räumlich eingeschränkt werden soll. Eine Zukunft für die Fischerei könne es laut Dirk Sander nur geben, wenn man ihr ausreichend Raum lässt.

zurück