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LEE fordert Ausbau der Wasserkraft in Niedersachsen

03.09.2021

In Zeiten, da man sich um den Schutz der Wanderfische bemüht und versucht, ihnen die lebensnotwendige Durchgängigkeit in Fließgewässern zu schaffen, fordert der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen (LEE) doch tatsächlich einen Ausbau der Wasserkraft in Niedersachsen.
Man sähe in der Wasserkraft enormes Potenzial und die Möglichkeit, die erzeugte Strommenge auf ein Fünffaches zu steigern. In einer Erklärung des LEE heißt es dazu:

Wasserkraft zählt zu den ältesten Formen der Energieerzeugung überhaupt – auch in Niedersachsen lässt sich die Nutzung von Wasserkraft seit annähernd 1.200 Jahren belegen. Aktuell führt die „Kleine Wasserkraft“ in Niedersachsen jedoch in der Energiebilanz ein Schattendasein: Lediglich 0,5 Prozent weist die Wasserkraft bei der Bruttostromerzeugung bei erneuerbaren Energieträgern aus. Der Landesverband Niedersachsen und die Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Niedersachsen und Schleswig-Holstein e.V. sehen allerdings Potenziale für Wasserkraft und plädieren dafür, diese zu heben. 

Diese Einschätzung bestätigt  eine heute von der TU Braunschweig vorgestellte Potenzialanalyse. Durch technische Ände-rungen an 54 bestehenden Standorten und 13 Neubauprojekten vor allem an den größeren Wasserläufen Elbe und Weser ließe sich die Strommenge um das Fünffache steigern. Das Problem: Der Nutzen von Wasserkraftanlagen für die Energiewende wird in Niedersachen bisher nicht  ausreichend betrachtet. Gewässerschutzrechtliche Aspekte werden als Hinderungsgrund angegeben, wobei viele praktische Beispiele sogar wasserschutz-rechtliche Vorteile durch Wasserkraft belegen. 

Jörg Schöningh, LEE-Vorstandsmitglied und Vizepräsident BDW Bund Deutscher Wasserkraftwerke, erklärt: “Niedersachsen ist das einzige Bundesland, das einen Rückbau an Anlagen verzeichnet. Wie können wir da Niedersachsen als Energieland Nummer Eins bezeichnen? Aktuell verfügen die niedersächsischen Wasserkraftanlagen über ein Arbeitsvermögen von 270 GigaWattstunden jährlich. Diese Menge kann mit entsprechendem politischen Willen auf 1.330 GigaWattstunden gesteigert werden. Wir fordern daher von der Politik, durch die Schaffung geeigneter Rand- und Rahmenbedingungen die ökologische Modernisierung und den Ausbau der Kleinen Wasserkraft zu ermöglichen. Dazu ist die zeitnahe Definition eines Stabilisierungs- und Ausbaupfades notwendig.“ 

Friedrich-Georg Block-Grupe, Wasserkraftanlagenbetreiber aus Banteln, ergänzt: „Die jüngsten Umweltkatastrophen zeigen, dass beim Klimaschutz dringender Handlungsbedarf besteht. Und ja, wir wollen Klimaschutz und Gewässerschutz in Einklang bringen. Deshalb fordern wir, ökologische Wasserkraftprojekte, die den niedersächsischen Klimaschutzzielen dienen, vorrangig zuzulassen. Uns geht es gerade mit Blick auf bestehende Querbauwerke um neue, naturverträgliche Anlagenkonzepte. Dabei erzielen wir einen dreifachen Nutzen: Erstens können Fische und andere Lebewesen die Wasserkraftwerke problemlos passieren. Zweitens können wir klimaschonend Energie produzieren. Und last but not least werden die öffentlichen Haushalte entlastet, wenn die Durchgängigkeit für Wasserlebewesen durch private Finanzmittel ermöglicht wird.“

Warum wird die Kleine Wasserkraft in Niedersachsen bislang nicht nachhaltig ausgebaut? Der Gesetzgeber schreibt zu Recht einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zum Schutz der Fließgewässer vor. Im Kern geht es darum, dass die zuständigen Wasserbehörden alle Gewässer mit unverzichtbaren Querverbauungen zu prüfen haben, ob diese nicht auch für die Wasserkraft genutzt werden können. Die zuständigen Landesbehörden verhindern zurzeit mit Verweis auf das Wasserhaushaltsgesetz und die Europäische Wasserrahmenrichtlinie erfolgreich Genehmigungen im Bereich Wasserkraft.

Auf den Seiten des LEE ist eine die Studie der TU BS mit dem Titel „Vorstudie zum Wasserkraftpotenzial in Niedersachsen“ veröffentlicht:

https://www.lee-nds-hb.de/materialsammlung/     dort runterscrollen bis „Wasserkraft“

 

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