Sportfischertag des LFV Weser-Ems 2019 in Nordhorn

Sportfischertag 2019 in Nordhorn (Foto: Henning Stilke)

Am 4. Mai fand der Sportfischertag des LFV Weser-Ems statt. Der gastgebende Verein SFV Nordhorn hatte ins Riverside Hotel am Vechtesee in Nordhorn eingeladen. Der Präsident des Sportfischerverbandes, Heinz Gräßner, begrüßte die Gäste, insbesondere die Ehrengäste, die ihrerseits ein Grußwort an die Versammlung richten wollten.

Deren Reihe eröffnete der Bürgermeister von Nordhorn, Thomas Berling, der darauf hinwies, dass der SFV Nordhorn der größte Mitgliedsverein im LFV Weser-Ems ist. Dass der Verein so viele Mitglieder hat, sei kein Zufall, schließlich sei das Angeln in Nordhorn mit seiner wasserreichen Umgebung nahezu eine Selbstverständlichkeit. Er selbst habe als Jugendlicher ebenfalls den Angelschein gemacht. Angeln sei ein tolles Hobby, mit dem ein lobenswerter ehrenamtlicher Einsatz für die Umwelt verbunden sei.

Der Vorsitzender des SFV Nordhorn, Matthias Bönemann, begrüßte mit der Feststellung, dass er sich immer auf den Sportfischertag und die Jahreshauptversammlung freut, weil sich damit die Möglichkeit des Austausches mit anderen Vereinsvorsitzenden bietet.

Er sprach eine Problematik an, die sich zwischen Vereinsmitgliedern und Vorständen auftut, aber auch mit den übergeordneten Verbänden, dass nämlich die Mitglieder den Eindruck haben, dass „die da oben“ nicht ausreichend auf die Mitglieder und deren Anliegen eingehen. Hier wünscht er sich eine intensivere Diskussion miteinander.

Mehr Diskussion würde er sich auch bei brisanten Themen des Angelns erhoffen wie der Fragen von Catch & Release, dem Einsatz von Futterbooten oder der Definition eines Mitnahmefensters. Solche Themen sollte man nicht allein den Angelzeitschriften überlassen, sondern auch in Vereinen und Verbänden behandeln.

Schließlich wies er darauf hin, dass man als Anglerschaft gegen die Kriminalisierung von Anglern, wie sie von Tierrechtlern betrieben würde, vorgehen muss.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Eilers ging auf die Frage ein, ob die Altersgrenze für die Angelerlaubnis bei Jugendlichen gesenkt werden sollte. Seiner Meinung nach solle man die Altersgrenze weiterhin bei 14 Jahren belassen, da die Strafmündigkeit bei 14 Jahren liege und man auch erst in dem Alter befugt sei, ein Wirbeltier zu töten.

Die Öffentlichkeit würde oft gar nicht wahrnehmen, welche ehrenamtlichen Leistungen von den Anglern vollbracht werden, bemerkte Eilers. Er hatte sich unlängst davon überzeugt, welchen großen Einsatz Bodo Zaudtke beim Aalmonitoring leistet.

Zum Tierschutz stellte er fest, dass dieser im Landtag ein allgegenwärtiges Thema sei, dazu gehörten auch Fragen des Angelns, auf die vernünftige Antworten gefunden werden müssen.

Horst Kortlang, FDP-Fraktionsvorstand, bedankt sich in seinem Grußwort bei den Anglern für deren Einsatz für den Arten- und Umweltschutz. Die Angler seien die Fachleute vor Ort. Zwischen den Anglern und der Politik gäbe es eine faire und sachliche Zusammenarbeit. Die freiwilligen und ehrenamtlichen Arbeiten in den Vereinen hätten eine große Bedeutung für den Umweltschutz und die Gewässer.

Dr. Peter Breckling, Generalsekretär des Deutschen Fischereiverbandes, grüßte im Namen des Verbandspräsidenten Dr. Gero Hocker, für den die Zusammenarbeit von Berufsfischern und Anglern an oberster Stelle stünde. Man hätte schließlich gemeinsame Probleme und auch Gegner. Dazu gehöre auch eine immer stärker werdende europäische Bürokratie. Auch die Angler würden immer mehr Gegenstand dieser Bürokratie werden. Für die Angler stünde genauso wie für die Berufsfischer zu befürchten, dass sie durch elektronische Überwachung immer mehr kontrolliert und eingeschränkt würden. Von der EU würden in Zukunft noch mehr fragwürdige Verordnungen zu erwarten sein, gegen die sich die Angler, Vereine und Verbände positionieren sollten.

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Westfalen-Lippe, Klaus-Peter Kranke, stellte sich zunächst selbst vor und betonte anschließend die Wichtigkeit der Renaturierungsarbeiten durch die Verbände. Als ein herausragendes Beispiel aus seinem Verbandsgebiet stellte er die Lippe vor, die zur Flusslandschaft der Jahre 2018/19 erklärt wurde. Besonders würde ihm auch die Ems am Herzen liegen. Hier würde er sich ein verbandsübergreifendes Projekt wünschen, das sich mit der Ems in Nordhein-Westalen und Niedersachsen befasst.

Besorgt zeigte er sich darüber, dass ein Mitgliedsverein seines Verbandes wegen einer Angelveranstaltung mit Kindern angezeigt wurde. Das Verfahren wurde zwar eingestellt, weil es keine Beanstandungen gab. Dennoch sei es bedenklich, dass es zu solchen Maßnahmen gegen Angler komme.

Der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes Niedersachsen, Carsten Brauer, bemerkte, dass Naturschutzverordnungen oft mit heißer Nadel gestrickt würden und dass es darin oft Formulierungen gäbe, die aus Sorge vor Klagen seitens der Naturschutzverbände getroffen würden. Aus der fischereilichen Praxis in Niedersachsen gäbe es positive Entwicklungen zu erwähnen. So würde sich der Einsatz von Aaltaxis bewähren, und auch die Predatorenabwehr in Fischzuchten wäre ein Erfolg. In Hinblick auf die politische Bedeutung der Angler weist er darauf hin, dass die Zahl der organisierten Angler so groß sei, dass man in Niedersachsen mit diesem Pfund wuchern könnte.

Dr. Nick Büscher, der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen, bezeichnet den Landesfischereiverband Weser-Ems als befreundeten Verband und betont, dass der Verband in Sachen Naturschutz eine positive Erscheinung wäre. Es gäbe einige Themen, mit denen man sich gemeinsam beschäftige. Er würde es deshalb begrüßen, wenn man auch einmal ein gemeinsames Projekt in Angriff nehmen würde.

Ein Naturschutzgebiet sei nicht zwangsläufig ein Verbotsgebiet für Angler. Es gäbe Beispiele genug dafür, dass man in Naturschutzgebieten angeln dürfe und dafür, dass sich beides, Naturschutz und Angeln, gut miteinander verbinden ließe.

Hermann Buss-Strotmann als neuer Vorsitzender der Stiftung Emsländische Gewässerlandschaften stellte die Stiftung und den Hintergrund der Stiftungsgründung dar. Die Stiftung unterstützt Gewässerprojekte der Vereine im Emsgebiet. Zu den jüngsten Aktivitäten zählen insbesondere Schaffungen von Flachwasserzonen an der Ems. Spenden für die Stiftung fließen zu 100 Prozent in die Projekte, da die Stiftung rein ehrenamtlich betrieben wird.

Im Anschluss an die Grußworte hielt der bekannte Angeljournalist Matze Koch den Festvortrag mit dem Thema „Der Stellenwert der Angelei in der Gesellschaft“. Den Kern des Vortrags bildete die Frage, wie Angler sich und ihre Aktivität besser in der Gesellschaft darstellen können, gerade vor dem Hintergrund, dass Tierrechtler das Angeln immer wieder öffentlichkeitswirksam angreifen.

Zunächst wurden Beispiele vorgestellt, wie man es sicherlich nicht schafft, die Öffentlichkeit als Angler zu erreichen, etwa durch die Schilderung von Drillerlebnissen oder die Faszination von einem Großfischfang. Auch Slogan wie „Nur ein toter Kormoran ist ein guter Kormoran“ eignen sich dazu nicht. Genauso wenig ein „No kill“ zu gefangenen Fischen. Einem guten Auftritt der Angler in der Öffentlichkeit würde auch die Spaltung der Angler untereinander in Kochtopfangler und Anhänger des Catch & Release im Wege stehen.

Ein Weg, das Angeln besser in der Gesellschaft darzustellen, könnte über das Thema Naturerlebnis führen, indem man zeigt, wie Angler mit der Natur verschmelzen und sie die Natur wertschätzen. Ein möglicher Weg wäre auch das Fachwissen des Anglers, das in Seminaren und Ausbildungsveranstaltungen vermittelt wird. Eine wichtige Komponente des Angelns wäre der soziale Charakter, die soziale und pädagogische Bedeutung des Angelns, mit der man auch problematische Jugendliche erreichen könnte. Öffentlichkeitswirksam wären auch der Einsatz der Angler für Gewässer und Artenschutz sowie die Zusammenarbeit der Angler mit der Wissenschaft.

Für die Öffentlichkeit wäre es ferner wichtig darzustellen, dass Angler die Zusammenhänge an Gewässern erkennen und dass sie sich mit Augenmaß und biologischem Verständnis für die Gewässer und ihre Bewohner einsetzen.

Im Widerstreit mit Tierrechtlern und Angelgegner sollten Angler stärker auf ihre Leistungen und ihren Einsatz für Natur, Umwelt und Mitmenschen aufmerksam machen, damit sie positiver wahrgenommen werden.

Im Anschluss an den Festvortrag griff Heinz Gräßner noch einige Themen auf, die Angler und Verband aktuell bewegten. Dazu gehörte das Angeln in Naturschutzgebieten, das der Verband in zahlreichen Fällen erfolgreich durchgesetzt hat. Anschließend ging er auf die Problematik der Wasserkraft ein, die weiterhin eine Bedrohung für die Wanderfische darstellt, und auf die hinlänglich bekannte Problematik mit den Kormoranbeständen.

Thematisiert wurden die Angriffe der Tierrechtsorganisation Peta, die mit provokanten Thesen versuchen, Angler zu diffamieren.

Abschließend betonte er, dass der LFV Weser-Ems für eine Beibehaltung der Altersbegrenzung auf 14 Jahre für Jungangler ist, da Kinder unter 14 Jahren keine Fische töten dürften. Jüngeren Anglern soll aber natürlich die Ausübung ihres Hobbys in Begleitung von Erwachsenen uneingeschränkt möglich sein.

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