Ökologische Aufwertung der Wörpe

Ende Oktober wurden gewässerbauliche Arbeiten an der Wörpe durchgeführt. Der Nebenfluss der Wümme soll damit im Bereich Wilstedt durch Renaturierungsmaßnahmen ökologisch aufgewertet werden. Ziel ist es, sowohl den notwendigen Hochwasserablauf als auch das längere Verbleiben des Wassers in diesem Gebiet bei normalem Wasserstand zu erreichen. Dazu wurden an zwei ausgewählten Stellen Totholzelemente eingebaut, um das Gewässer strukturell aufzuwerten.

Durch diesen Einbau von Strukturbildern soll die eigendynamische Entwicklung des Gewässers angeregt werden. Die Einengung des Niedrigwasserprofils wird die Schleppkraft des Gewässers erhöhen, wodurch Feinsedimentablagerungen abgetragen werden können. Dadurch werden wiederum übersandete Kiessubstrate freigespült und das Gewässer bekommt wieder eine Dynamik, ohne dass der Wasserabfluss gefährdet ist. Die Maßnahmen führen schließlich zur Ausbildung von Kolken sowie Flachwasserbereichen und lassen damit einen vielgestaltigen Lebensraum entstehen, in dem sich die Flora und Fauna im Wasser und seiner Umgebung besser entwickeln werden.

Für das Projekt konnte die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung als großzügiger Geldgeber gewonnen werden. Mit einem Eigenanteil beteiligt sich auch der LFV Weser-Ems als Projektträger an der Maßnahme.

Die Durchführung der gewässerbaulichen Arbeiten erfolgte in einer partnerschaftlichen Kooperation zwischen dem bauausführenden Gewässer- und Landschaftsverband Teufelsmoor, dem die betreffenden Flächen an der Wörpe gehören, und dem Landesfischereiverband Weser-Ems, der sich im Bereich der Renaturierung von Fließgewässern durch zahlreiche erfolgreiche Projekte einen Namen gemacht hat. Die Planung und die biologisch-fachliche Baubegleitung wurde von dem Verbandsbiologe Dr. Jens Salva durchgeführt.

In Vorgesprächen zu dem Projekt zeigte sich auch der Landkreis Rotenburg/Wümme schnell überzeugt von den Entwürfen des Verbandes und erteilte deshalb umgehend die Genehmigung für deren Umsetzung.

Unterstützt wurde das Vorhaben auch von der Fischereigenossenschaft Wörpe, deren Mitglieder schon lange die Notwendigkeit einer ökologischen Verbesserung des Gewässers erkannt haben.

Schließlich wird die Maßnahme auch von den beiden Pächtern der Wörpestrecke mitgetragen. Für sie wird sich nichts an ihnen Nutzungsmöglichkeiten ändern. Mit ihnen wurde ein neuer Pachtvertrag abgeschlossen, der dann als Unterpachtvertrag mit dem dazwischen geschalteten Landesfischereiverband Weser-Ems vereinbart wurde. Die Unterpächter zeigen sich angetan von dem Projekt und von den damit in Aussicht stehenden Perspektiven für das Gewässer.

Nach ersten Vorgesprächen vor zwei Jahren und Verhandlungen zwischen den beteiligten Verbänden, der Genossenschaft und den Pächtern, erfolgte nun also die praktische Umsetzung der Renaturierung. Nach Abschluss der Baumaßnahmen am Gewässer wird man in der Folgezeit beobachten, wie sich die Eingriffe in den Gewässerlauf auswirken.

Weil der knapp 30 Kilometer lange Nebenfluss der Wümme nach aktuellen Förderrichtlinien keine Bezuschussung der EU mehr bekommen kann, mussten neue Wege beschritten werden. Der Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems konnte in dem Zusammenhang alternative Möglichkeiten sowohl der Durchführung als auch der Finanzierung aufzeigen.

 

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