Mitgliedsvereine des LFV Weser-Ems besetzen über 1 Million Aale

Die Mitgliedsvereine des Sportfischerverbandes Weser-Ems führten in diesem Jahr wieder einen umfangreichen Besatz ihrer Gewässer mit Jungaalen durch. Nicht weniger als 4,23 Tonnen Aale haben die Vereine in den Gewässern von der Vechte im Westen bis zur Oste im Osten eingesetzt. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 4 Gramm entspricht das einer Zahl von rund 1.050.000 Aalen. Man kann das Ganze auch anders ausdrücken: Die Angelvereine haben einen stolzen Betrag von 284.000 Euro investiert, um junge Aale von 12 bis 15 Zentimeter Länge in ihren Gewässern einzusetzen. Dabei geht es den Vereinen weniger darum, etwas für die Fangmöglichkeiten der Angler zu tun, sondern vielmehr darum, einen Beitrag zur Sicherung der Existenz einer vom Aussterben bedrohten Fischart zu leisten.

Ein Beispiel von den 118 Mitgliedsvereinen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems ist der Angelsportverein Spaden. Das Hauptgewässer des Vereins mit rund 160 Mitgliedern ist die Geeste, von der man ein 7 Kilometer langes Stück gepachtet hat. Am 5. Mai hat der Verein 37 Kilo Jungaale entgegengenommen, umgerechnet also rund 9250 Fische.

Die Aufgabe, die Jungaale an verschiedenen Stellen der Geeste zu besetzen, kam in diesem Jahr dem 1. Vorsitzenden Frank Uhe zu. Nach der Ankündigung der Aallieferung konnte er keine Freiwilligen mehr für den Wochenendeinsatz aktivieren. „Aber alle Vereinsmitglieder stehen voll hinter dieser Maßnahme“, sagt Uhe, „auch wenn man als Angler erst einmal nichts unmittelbar davon hat.“ Die Aale brauchen schließlich noch Jahre, bis sie groß sind, und dann machen sie sich auch auf zur Laichwanderung in die Sargassosee. Ob überhaupt einer dieser Aale von den Vereinsmitgliedern gefangen wird, ist fraglich.

Wie alle Angelvereine betrachtet der Verein in Spaden es aber auch als seine Aufgabe, Fischarten zu schützen und für bestandsstützende Maßnahmen zu sorgen. Als Angler sieht man sich hier in der Verantwortung für das Gewässer und seine Bewohner. „Die Aalfänge sind schon seit Jahren nicht mehr, was sie früher einmal waren“, so Uhe. „Im vergangenen Jahr war es besonders schlecht, aber das kann auch mit dem regnerischen Wetter zusammenhängen, das ständig für überflutete Wiesen an der Geeste gesorgt hat“.

Die Lieferung der Jungaale erfolgte durch die Firma ALBE Fischfarm. Der LKW mit der kostbaren Aalladung stand auf einem Pendlerparkplatz an der A27. Dort holten die Vereine aus dem östlichen Verbandsgebiet ihre Besatzaale ab, um sie auf direktem Wege an die Gewässer zu bringen. Bodo Zaudtke, der Verbandsgewässerwart, wachte mit einer Waage darüber, dass jeder genau die Menge Aale bekommt, die er bestellt und bezahlt hat. Wenn man bedenkt, wie viele Angler an diesem Wochenende ehrenamtlich unterwegs waren, um sich für den bedrohten Aal einzusetzen, dann hat das schon etwas von einem Großeinsatz für den Artenschutz.

Seit sieben Jahren finden diese Maßnahmen statt, die vom Land Niedersachsen und der EU bezuschusst werden. Dass etwas für den Aal getan werden muss, hat man also auf allen Ebenen verstanden. Deshalb muss ein Großteil der Glasaale, die in Frankreich gefangen werden, zur Aufzucht und zum Besatz in Europa verteilt werden. Auch die Aale der Firma ALBE Fischfarm kommen aus Frankreich. Diese Farmaale werden auf eine Größe von 12 bis 15 Zentimeter bei einem Durchschnittsgewicht von 4 Gramm herangezogen und dann als Besatz verkauft.

Bei allem Aufwand und Engagement wird man sich aber noch einige Zeit gedulden müssen, bis man den Erfolg der Besatzmaßnahmen erkennen kann. Wissenschaftler rechnen damit, dass sich erst ab 2022 abzeichnet, dass der Besatz Auswirkungen auf den natürlichen Bestand des Aales hat. Was Wasserkraftwerke, Umweltverschmutzung und Verzehr von Glasaalen in den letzten Jahrzehnten angerichtet haben, lässt sich eben nicht so schnell rückgängig machen.

 

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