Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft sagt Hilfe bei Bag-Limit zu

Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat in einem Schreiben an den DAFV den Anglern in Deutschland ihre Unterstützung zugesagt. Hintergrund ist die unverständliche Auffassung der Europäischen Kommission, das Bag-Limit trotz einer nachweislichen Bestandserholung für die Angler nicht erhöhen zu wollen.
„Julia Klöckner wird sich nachdrücklich und persönlich für eine Gleichbehandlung der Berufs- und Freizeitfischer in den Verhandlungen in Brüssel einsetzen“, führte Michael Stübgen, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf dem Deutschen Fischereitag in Lübeck aus.
Die unverständliche Haltung der EU zu einer möglichen Anpassung beim Bag-Limit für die Angler hatte den DAFV dazu bewogen, sich am 19. Juli 2019 mit einem entsprechenden Schreiben an die Ministerin zu wenden. In dem Antwortschreiben an den DAFV sicherte Julia Klöckner jetzt persönlich ihre Unterstützung zu.
Grund für die Irritation dafür war vor allem die Aussage des DG Mare, man wolle den Anreiz zu illegalem Fischverkauf durch Angler nicht unterstützen. Die Kritik an dem derzeitigen Bag-Limit und die damit verbundenen Forderungen hatte der DAFV in vorangegangenen Gesprächen mit dem BMEL und anderen zuständigen Vertretern der Bundespolitik deutlich vorgebracht.
Der DAFV hat in einem vorherigen Beitrag bereits ausgeführt, dass die Angler erwiesenermaßen sogar in größerem Umfang als geplant ihren Beitrag zur Erholung des westlichen Dorschbestands geleistet haben.
Daher fordern die Angler eine Erhöhung des Tagfanglimits entsprechend der Erhöhung der Quoten für die Berufsfischerei. Dies sei nur folgerichtig und die verdiente Anerkennung für ihren Beitrag zum Wiederaufbau des Dorschbestandes.
Im Jahr 2017 wurde für Freizeitangler erstmal ein Tagfanglimit (so genanntes „bag-limit“) von 5 Dorschen pro Tag und 3 Dorschen pro Tag in der Schonzeit eingeführt. Für das Jahr 2018 hatte die EU-Kommission einen sogenannten "roll over" beschlossen, also eine unveränderte Übernahme der Regelungen aus dem Jahr 2017. Damit blieben die Fangquoten für den westlichen Dorsch und damit auch das Tagesfanglimit für Freizeitangler im Jahr 2018 unverändert.
Die Fänge der Freizeitangler wurden für das Jahr 2017 mit 1754 Tonnen vorhergesagt. Wie kam diese Vorhersage zustande? ICES hat einen Mittelwert der Anglerfänge aus den Jahren 2014, 2015 und 2016 gebildet. Dieser beläuft sich auf 2654 Tonnen. Davon hat man modellierte 900 Tonnen für das neu eingeführte Tagfanglimit abgezogen.
Die tatsächlichen Anglerfänge im Jahr 2017 lagen aber insgesamt nur bei 932 Tonnen statt der erwarteten 1754. Der Bericht benennt den schlechten Dorschbestand, als auch das eingeführte Tagfanglimit als Gründe für den dramatischen Rückgang. Außer Acht gelassen wurden der Einbruch der Angelkartenverkäufe und die damit verbundenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten für die traditionell strukturschwachen Regionen der Küste.

 

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