Meeresangel-Freizeit der Jugendlichen über 14 Jahre

Anfang Oktober starten Torsten Kramer, Referent für Jugendfischen und ich seit einigen Jahren zusammen mit vier Jugendlichen über 14 Jahre zur Meeresangel-Freizeit an die Ostsee. Die vier haben sich bei den Jugendsportfischertagen in Süd-Moslesfehn mit ihren Leistungen im Angeln, Casting sowie Umwelt-, Natur- und Tierkunde für das Wochenende qualifiziert. Der Jugendhof in Schönberg hat sich vor einigen Jahren als perfekter Ort für diese Veranstaltung herauskristallisiert. Rustikale Holzhütten mit Etagenbeten für 10 bis 12 Personen sind für eine 6-köpfige Angelgruppe mit reichlich Geschirr und Gepäck ideal.          

Am Donnerstag 4. Oktober trafen Jelke, Mattes, Jannik und Dominik bei der Geschäftsstelle in Oldenburg ein und schnell war der Bully samt Anhänger mit Gepäck, Lebensmittel und Angelgerät beladen. Auf ging es Richtung Schleswig-Holstein. Kurzer Zwischenstopp in Kaltenkirchen beim größten Gerätehändler in Norddeutschland, Angelsport Moritz. Es gab viel zu bestaunen und es wurde einiges gekauft, um die Gerätekisten aufzufrischen, auch wurden die Marken für die Fischereiabgabe Schleswig-Holstein hier schon mal gekauft. Der Aufenthalt war leider viel zu kurz, aber wir mussten weiter.   

In Kiel warteten unsere Lebendköder auf Abholung. Nächster Stopp Großmanns Anglertreff. Angekommen in Kiel gab es eine Begrüßung im Laden mit Hallo und Handschlag vom mehrfachen Weltmeister im Brandungs- und Meeresangeln. Es folgte ein kurzer Smalltalk. Wohin zum Angeln und was läuft wo? Es gab einige Tipps, wo die fängigsten Stellen zurzeit sind und welche Uhrzeiten am besten passen. Wir erzählten von unserem Plan, am Samstag mit dem Kutter Langeland rauszufahren. „Der fährt wieder?“, kam die Frage zurück. Verwundert schauten wir uns an. Der Kutter ist, wie viele andere auch, dem Kuttersterben zum Opfer gefallen, und wir hatten keine Stornierung unserer Reservierung erhalten. Was nun? Wohin? Der Weltmeister verschwand kurz in sein Büro und telefonierte ein wenig. Kurze Zeit später kam er zurück mit den Worten: “Samstag 7 Uhr Laboe mit der Blauort seit ihr gebucht.“ Uns fielen viele Steine vom Herzen. Die Kuttertour ist schließlich das Highlight des Wochenendes. Herzlichen Dank noch mal nach Kiel an dieser Stelle. Das nenn´ ich mal Service am Kunden.          

Angekommen im Jugendhof wurde schnell die Hütte bezogen und das Brandungsgerät in den Bully umgeladen. Am Strand wurde alles aufgebaut, die Montagen montiert und die Wattwürmer auf die Haken aufgezogen. Alle vier hatten schon ein wenig Erfahrung im Brandungsangeln und brauchten nicht viel Unterstützung. Leider fing es mit Einbruch der Dämmerung an zu regnen, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Die ersten Plattfische kamen an Land und ich kümmerte mich um den Grill. Kurze Stärkung und weiter angeln. Spät in der Nacht kehrten wir zum Jugendhof zurück. Der Freitag am Strand gestaltete sich angeltechnisch sehr schwierig. Bei besten Herbstwetter mit Sonnenschein und ohne Wind hatten sich ein paar Sonnenbader und sogar Badegäste am Strand eingefunden. Erst im Dunkeln kamen noch ein paar kleine Dorsche und einige Plattfische an die Haken. Heute mussten wir früher in die Betten. Samstag war noch vor 6 Uhr Wecken. Auf nach Laboe zum Kutter. Die reservierten Plätze befanden sich im Bug des Kutters. An Bord erfuhren wir, dass es eine reine Dorschtour werden sollte. Wir waren auf alles vorbereitet und fieberten dem ersten Stopp entgegen. Nach zwei Stunden Fahrt, die dänische Küste in Sichtweite, sollte es endlich beginnen. Es flogen die unterschiedlichsten Köder ins Wasser, und schon gab es die ersten Fische an Bord. Tipps zu Farben, Formen und Führungsstil wurden auf dem ganzen Kutter ausgetauscht. Auch drehte der Kapitän des Öfteren, um allen die An- und Abdrift zu ermöglichen. Am Ende hatte jeder seine Dorsche gefangen und die Heimfahrt nach Laboe wurde angetreten.       

Der Jugendhof verfügt auch über einen Schlachtplatz, an dem die Jungs nach kurzer Einweisung die gefangenen Dorsche filetierten und portionsweise abpackten. An Bord war uns das für die Jugendlichen zu schaukelig. Es folgte die Gerätepflege. Das Brandungsgeschirr musste vom Sand und das Bootgeschirr vom Salzwasser befreit werden. Die Montagen, Pilker und Gummifische wurden abgespült. Als alles sauber und trocken war, wurde schon mal einiges in den Anhänger verstaut.       

Viel zu schnell geht ein Wochenende zu Ende und der Sonntag mit der Heimreise stand an. An der Geschäftsstelle in Oldenburg angekommen wurde alles umgeladen, die Fische brüderlich geteilt und die Jungs wohlbehalten an die Eltern übergeben. Ein großartiges Wochenende mit einer super Truppe. Alle haben sich sofort gut verstanden und super Teamgeist bewiesen. Es wurde viel gelacht und nicht ein böses Wort ist gefallen. So macht Jugendarbeit Spaß. Ich freu mich schon auf die nächste Meeresfreizeit im Jahr 2019 an die Ostsee mit Torsten an meiner Seite.        

Torsten Kampf
Verbandsjugendleiter

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