Jugendliche sammeln Müll auf der Insel Mellum

Bereits im Jahr 2018 reifte bei unserem Verbandsjugendleiter Torsten Kampf die Idee, mit Jugendlichen an einer Müllsammelaktion auf der Insel Mellum im Niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer teilzunehmen. Die rund 450 Hektar große unbewohnte Insel befindet sich ca. 9 Kilometer östlich von Horumersiel in der Wattwasserscheide zwischen Jade und Weser und ist erst im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden. Nach der Bewerbung beim Mellumrat, an der alle zwei Jahre stattfindenden Reinigungsaktion teilzunehmen, kam im Frühjahr die Teilnahmezusage für acht Personen.       

Die sechs Teilnehmer aus dem Kreis der Jugendlichen wurden aufgrund ihrer Ergebnisse beim U.N.T. Fragebogen bei den diesjährigen Jugendsportfischertagen in Moslesfehn ermittelt. Gerold Martin hatte die Veranstaltung in akribischer Feinplanung vorbereitet. Ein erster Termin im August musste aufgrund schlechter Wetterverhältnisse leider abgesagt werden. Wehmütig wurde die Gruppe am frühen Samstagmorgen des 14. September von Gerold Martin am Treffpunkt in Oldenburg verabschiedet, der gesundheitsbedingt ausgefallen war und allzu gern dabei gewesen wäre. Auch bei den Jugendlichen gab es eine kurzfristige Absage aufgrund einer Sportverletzung.

Zusammen mit Jennifer Schmitz, Referentin für weibliche Jugend, und den Verbands-Jugendlichen Jannes Kramer (SFV Rhauderfehn), Lukas zu Hebel (SAV Haren / Ems), Henrik Allhusen (AV Elmlohe), Malcolm Henzen und Hannes Höller (beide SFV Aschendorf) machten wir uns auf den Weg nach Hooksiel. Dort angekommen, wurde die aus ca. 40 Personen bestehende Gruppe von einem Vertreter des Mellumrates begrüßt. Nach einer kurzen Einweisung wurden alle Personen, unter anderem auch ein Filmteam das Dreharbeiten für den NDR durchführen sollte, auf vier Boote aufgeteilt.    

Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichten alle Boote bei Niedrigwasser die Wasserkante zum Wattenmeer vor der Insel. Im knietiefen Wasser der Nordsee mussten nun alle Personen aussteigen, durch das Wasser bis zur Wattkante waten und einen halbstündigen Fußmarsch zum Strandbereich der Insel zurücklegen. Nach einer kurzen Verschnaufpause begann die Aufteilung in drei Gruppen, um alle Strandabschnitte abzudecken.     

Unsere Gruppe, die den Südstrandabschnitt reinigen sollte, wurde von drei jungen Leuten angeführt, die auf der Insel ihre Praxissemester absolvieren. Mit Jutesäcken, Big-Packs für den Unrat und einem Wattwagen ausgestattet, machten wir uns eifrig an die Arbeit. Plastikabfälle aller Art und eine große Menge an Netzresten aus der Fischerei sowie von Frachtabdeckungen der Seeschiffe bildeten den Hauptanteil an Meeresmüll. Besonders traurig waren Funde mehrerer Seevögel, die ihren Tod aufgrund von Netzresten oder Kunststoffbändern gefunden hatten. Aber auch Helme von Seeleuten und sogar eine Flaschenpost gehörten zu den Funden. Die Veranstaltung war außerdem eine gute Gelegenheit für die Jugendlichen, etwas über die täglichen Arbeiten und die spartanischen Lebensumstände auf der sonst unbewohnten Insel von den jungen Forschern zu erfahren.          

Alle eingesammelten Abfälle wurden gezählt und von den Jutesäcken in Big-Packs überführt, die an einem späteren Zeitpunkt von der Insel abgeholt werden sollen. Am späteren Nachmittag gab es an der Unterkunft der Forscher eine leckere Lauch- und Käsesuppe zur Stärkung. Das Ergebnis der Aktion waren 15 prall gefüllte Big-Packs mit etwa 10.000 gesammelten Müllteilen.           

Gegen 18.00 Uhr begann der Rückmarsch zur Wasserkante, wo uns die Boote aufnehmen und in den Außenhafen von Hooksiel zurückbringen sollten. Ein Erlebnis der besonderen Art war die Rückfahrt mit einem Speed-Boot. Auf der Heimfahrt bekamen wir das Feedback der Jugendlichen, dass es ein sehr interessanter Tag gewesen sei und wir die Veranstaltung unbedingt wieder anbieten sollten.

Torsten Kramer, Referent für Jugendfischen

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