2020 startet großes Quappen-Projekt an Ems und Hase

Anfang 2020 beginnt ein groß angelegtes Projekt zur Wiederansiedlung der Quappe im Gewässersystem von Ems und Hase. Für das Projekt wird eine Laufzeit von sechs Jahren angesetzt. Der Landesfischereiverband Weser-Ems und seine Mitgliedsvereine an den betreffenden Gewässern werden sich mit strukturverbessernden Maßnahmen an den Gewässern und durch Besatz dafür einsetzen, dass die ursprünglich heimische Art wieder zu einem Bestandteil der Biotope im Emsland wird.

Das Projekt ist nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell mit einem großzügigen Rahmen angelegt. Denn der Landkreis Emsland wird für das Vorhaben mehrere 100.000 Euro beisteuern. Einen nennenswerten Betrag wird auch der LFV Weser-Ems für die Maßnahmen bereitstellen. Die Gelder werden ab 2020 an die einzelnen Vereine und Unterhaltungsverbände fließen, die für die Fischerei und Bewirtschaftung der Gewässer zuständig sind und sich mit gezielten Maßnahmen an dem Projekt beteiligen.

Lutz Meyer vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Dezernat Binnenfischerei - Fischereikundlicher Dienst, begrüßt das Projekt: „Finanzmittel zu Restaurierung und Entwicklung von Auengewässern sind besonders nachhaltig investiertes Geld. Dabei sind gemeinsam von Fischerei, Naturschutz und Wasserwirtschaft entwickelte großräumige Projekte erheblich wirkungsvoller als isolierte Einzelmaßnahmen. Das Projekt zur Wiederansiedlung der Quappe wird deshalb sicherlich einen bedeutenden Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sowie der Fauna-Flora-Richtlinie an Ems und Unterer Haseniederung leisten können.“

Hintergrund des groß angelegten Quappen-Projektes ist der Umstand, dass die Umgestaltung der Landschaft von einer Natur- in eine Kulturlandschaft zu einschneidenden Veränderungen der Gewässerlandschaft geführt hat. Mit den Eingriffen in die Natur ging der Verlust von struktur- und artenreichen Biotopen einher. Insbesondere die Gewässerläufe erfuhren umfangreiche Veränderungen, so dass Auenbereiche und strukturreiche Bach- und Flussläufen verloren gingen. Diese sind jedoch Voraussetzung für die Entwicklung vielfältiger wassergebundener Tier- und Pflanzenarten.

Einige Fischarten haben aufgrund ihrer besonderen Lebensraumansprüche eine Schlüsselfunktion als Indikator für intakte Gewässerlebensräume. So ist das Vorkommen der Quappe (Lota lota) eng an die Vernetzung von Fluss und Aue gebunden. Gerade diese Teillebensräume unterlagen im Landkreis Emsland intensiven Veränderungen, die unter anderem zum Rückgang der Quappe und vieler anderer Tier- und Pflanzenarten geführt haben. Die Wiederherstellung dieser Teillebensräume bzw. deren Vernetzung kann im Umkehrschluss an der Wiederbesiedlung gemessen werden. Dabei dient die Quappe als sogenannte Flaggschiffart. Das bedeutet, dass von der erfolgreichen Wiederherstellung von Quappenlebensräumen viele weitere Tier- und Pflanzenarten profitieren werden. Damit übernimmt die Quappe auch eine wichtige Indikatorfunktion.

Die Wiederherstellung der aquatischen Lebensräume mit Auenstrukturen (Altarme, Altwässer, Flutrinnen, strukturreichen Bachläufen etc.) bzw. deren Vernetzung mit der Quappe als Leitart ist das Ziel des Projektes.

Bei den Geldern, die für das Projekt zur Verfügung gestellt werden, handelt es sich vor allem um sogenannte Ersatzgelder, also Gelder, die bei Eingriffen in die Natur fällig werden, wenn nicht direkt ein Ausgleich vor Ort erfolgen kann. Die Vergabe der Gelder findet in der Zusammenarbeit der Unteren Naturschutzbehörde und Unteren Wasserbehörde in Kooperation mit dem Sportfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. und den angeschlossenen Vereinen sowie den für die jeweiligen Gewässer zuständigen Unterhaltungsverbände statt. Dabei werden die finanziellen Mittel ohne unnötigen Planungs- und Verwaltungsaufwand direkt in die Maßnahmen fließen. Die verfügbaren Gelder werden also nahezu hundertprozentig für das Projekt eingesetzt und damit für die Gewässer und ihre Fauna und Flora.

 

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