150 Tonnen Kies für die Lachse der Welse in Delmenhorst

150 Tonnen Kies wurden am 28. November 2018 in die Welse im Stadtgebiet von Delmenhorst eingebracht. Kies, der den Lachsen, die vom Atlantik in die Delme und die Welse ziehen, als Laichbett dienen soll. Ohne einen entsprechenden Untergrund aus Kies hätten die Lachse keine Chance, sich fortzupflanzen.

Schon vor sieben Jahren wurden Laichbetten aus Kies in der Welse angelegt. Durch die Laichaktivität der Fische und durch die Strömung in dem Gewässer fanden aber Verlagerungen statt. „Bei der Begehung des Flussufers haben wir erkannt, dass die Kiesbetten nicht mehr im besten Zustand sind“, stellt Werner Husak, der stellvertretende Vorsitzende des Fischereivereins Delmenhorst fest. Deshalb wurde umgehend gehandelt. Gemeinsam mit dem Landesfischereiverband Weser-Ems hat der Verein die erforderlichen Kiesmengen organisiert. Dank finanzieller Unterstützung durch die Bingo Umweltstiftung Niedersachsen konnte das Laichsubstrat rechtzeitig eingebracht werden, ehe die ersten Lachse des Jahres 2018 in der Welse eintreffen.

Erfahrungsgemäß finden sich die Wandersalmoniden in den Wochen vor Weihnachten in Delme und Welse ein, um ihrem Laichgeschäft nachzugehen. In den vergangenen Jahren konnten im Bereich Delmenhorst jeweils etwa 20 Lachse beim Elektrofischen gefangen werden. Die Fische werden nach dem Fang abgestreift und wieder in ihr Element zurückgesetzt. Die befruchteten Eier werden in der Brutanlage in Oldenburg erbrütet und die Jungfische in den Gewässern ausgesetzt – auf dass sie selber als erwachsene Tiere zurückkehren, um sich fortzupflanzen.

Die Welse gehört wie die Delme zu den Flüssen des Ochtumsystems, in denen seit den 1980er Jahren Maßnahmen getroffen werden, um den hier einst heimischen Atlantischen Lachs wieder anzusiedeln. Zu den Maßnahmen gehört nicht nur, dass Junglachse ausgesetzt werden, die nach ihrem Aufenthalt im Atlantik in den Fluss zurückkehren sollen, um sich fortzupflanzen. Dazu gehört auch die Anlage von Laichhabitaten, in denen eine Fortpflanzung der Wandersalmoniden überhaupt erst möglich wird.

So wie die Lachse ursprünglich in den Fließgewässern Nordwestniedersachsens zuhause waren, so gehörte auch der Kies als Strukturelement zu den Gewässern. Durch Begradigung und andere Baumaßnahmen an den Gewässern haben die Flüsse ihre ursprüngliche Struktur verloren. Wanderfische wie Lachse und Meerforellen, die in den Flüssen beheimatet waren, konnten sich nicht mehr fortpflanzen und sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts vollständig aus den Gewässern verschwunden.

Die 150 Tonnen Kies, die auf einer Strecke von 350 Metern in der Welse verteilt wurden und acht große Laichbetten für die Lachse bilden, werden ihren Teil zur Wiederansiedlung des Königs der Fische beitragen.

 

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