Brandungsangeln des LFV Weser-Ems mit Horst Hennings

Alles war bestens hergerichtet am 2. März 2019 beim Anglerheim des SFV Wilhelmshaven in der Helderei: Bratwürste auf dem Grill, Bockwürste im Kochtopf, frische Brötchen, heißer Kaffee und ein langer Tisch für Brandungsgeräte. Der stand da für Horst Hennings, der an diesem Tag der Hauptdarsteller des Seminars zum Brandungsangeln in Wilhelmshaven war. Beim Vereinsheim versammelten sich die meisten der angemeldeten 30 Teilnehmer – einige mussten allerdings krankheitsbedingt absagen.        

Zum Einstieg in den gemeinsamen Angeltag präsentierte der mehrfache Meister im Meeresangeln, den die meisten aus der erfolgreichen TV-Serie „Rute raus, der Spaß beginnt“ kennen, eine kleine Auswahl seiner Geräte und seines Zubehörs zum Brandungsangeln. Allein seine Ausführungen zu den Brandungsmontagen und dazu, wie man sie baut und verwendet, waren für viele schon so lehrreich, dass sie meinten, dafür hätte sich die Veranstaltung schon gelohnt.       

Dabei war das doch nur der Einstieg, und es sollte lehrreich und humorvoll weitergehen. Die nächste Station nach der theoretischen Einführung war die praktische Köderbeschaffung im Watt von Hoogsiel. Für einige war auch das Neuland, bei dem es einiges zu lernen gab. Angefangen bei der richtigen Forke fürs Ergraben der Wattwürmer. Breit und stabil muss sie sein. Eine einfache Mistforke mit langen, dünnen Zinken würde in dem zähen und schweren Boden des Watts schnell verbiegen oder abbrechen.        

Dann galt es, die richtigen Stellen zu finden, an denen sich möglichst viele Würmer schon durch Häufchen an der Oberfläche verraten, und tief genug zu graben. Denn im Winter halten sich die Würmer oft ein bisschen tiefer auf als in der wärmeren Jahreszeit. Wenn an einer Stelle nicht mehr genug Würmer zu finden sind, sollte man nicht zu lange zögern, eine neue Stelle aufzusuchen, an der es dann meistens mit mehr Erfolg weitergeht.         

Mit ausreichendem Ködervorrat ging es schließlich zum Austragungsort des Brandungsangelns an der Jadebucht in Wilhelmshaven. Der Bereich an der Promenade bot genug Platz zu allen Seiten und auch nach unten, den bei der Ankunft herrschte Ebbe, und das Wasser war noch weit entfernt. Genug Zeit also, um die schweren Brandungsgeräte in Ruhe aufzubauen. Zuvor gab´s allerdings noch eine zünftige Stärkung in Form von Labskaus, das von Peter Lüpke professionell zubereitet und unter Beschallung mit Hans Albers-Liedern stilecht nordisch serviert wurde. 

Dann aber das Brandungsangeln – und einige unkten im Nachhinein: „Bis zum Labskaus lief alles gut…“ Mit anderen Worten, das Angeln selbst lief nicht besonders gut. Woran es gelegen haben mag? Angler sind ja bekanntlich nicht verlegen ums Finden von Erklärungen für den Misserfolg. Vielleicht lag es am Seehund, der vor der Küste ebenfalls auf der Suche nach Fischen unterwegs war. Vielleicht waren es die Temperaturen, die für die Jahreszeit viel zu hoch waren und die dafür sorgten, dass die Krebse schon so aktiv waren, dass jeder Köder schon nach kürzester Zeit vom Haken verschwand. Die ungewohnt frühlingshaften Temperaturen haben sicherlich auch dazu beigetragen, dass Dorsch und Plattfisch schon früher als in anderen Jahren ans Laichgeschäft dachten und unterwegs in tiefere Gewässerregionen waren. Und auch der ablandige Wind dürfte sich nicht allzu günstig auf die Fangchancen ausgewirkt haben. Lange Erklärung, kurzes Ergebnis: Es wurden gerade einmal eine Flunder und ein untermaßiger Dorsch gefangen.    

Wer nun allerdings meint, das schlechte Fangergebnis hätte die Stimmung getrübt, der konnte sich davon überzeugen, dass die Fänge beim Angeln tatsächlich nicht immer das alles Entscheidende sind. Die stets gute Laune von Horst Hennings hatte sich längst auf alle Teilnehmer übertragen, und bei keinem gab es irgendwelche Anzeichen von Unzufriedenheit. Im Gegenteil waren alle voll und ganz zufrieden damit, dem renommierten Meeresangler einmal persönlich begegnet zu sein. Schließlich hatte Horst aus seinem reichen Erfahrungsschatz auch für jeden noch den einen oder anderen Rat oder Trick fürs Brandungsangeln parat.

Und für alle, die nicht dabei sein konnten, gibt´s hier auch noch einmal 10 Tipps von Horst Hennings für das Brandungsangeln an der Nordsee:       

1. Die Vorfachschnur von einer großen Schnurspule nehmen, dadurch wird das Vorfach gerader und nicht so lockig.

2. Einfache Vorfächer mit zwei Haken bauen, davon einen vor bzw. über und einem hinter bzw. unter dem Blei.       

3. Langschenklige Aberdeen-Haken der Größe 1 verwenden. Die sind groß genug für Dorsche, aber nicht zu groß für die kleinen Mäuler von Klieschen und Flundern. 

4. Krallen- oder Noppenbleie bereithalten für den Fall, dass die Strömung stärker wird und normale Bleie von 150 bis 200 Gramm bewegt.          

5. Nicht so viele Perlen und andere Lockelemente an der Montage anbringen. Das Wasser ist trüb, die Lockmittel werden nicht gesehen und sind hinderlich beim Werfen. 

6. Lieber etwas mehr Wurm als zu wenig auf dem Haken, denn das Aroma des Wurms und nicht seine natürliche Form lockt im trüben Wasser.           

7. Die Hakenspitze aus dem Köder herausgucken lassen. Das stört den Fisch nicht, verbessert aber die Chancen, den Fisch zu haken.          

8. Hauptschnur mit wechselnden Farben verwenden. Damit kann man sich merken, in welcher Entfernung ein Biss kam und man weiß, wie weit man werfen muss.      

9. Wegen der scharfen Austernschalen keine geflochtene Schnur verwenden, sondern widerstandsfähigere Monofilschnur.     

10. Eine knotenlose Keulenschnur einsetzen, an der sich kein Kraut an einem Knoten sammeln und sich damit am Rutenring festsetzen kann.          

Für die gelungene Veranstaltung gilt an erster Stelle Horst, genauso aber auch allen engagierten Mitgliedern des SFV Wilhelmshaven größter Dank.

Zurück

 

SPORTFISCHERVERBAND IM
LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS e.V.

Mars-la-Tour-Str. 4
26121 Oldenburg
Tel. 0441 /801 335
Fax 0441 /81791
info@lfv-weser-ems.de