Bergung und Umsetzung von Fischen in Notsituation

Die aktuelle Hitzewelle wird in vielen Gewässern zu Bedrohung für die Fische. In konkreten Fällen besteht die Notwendigkeit, schnell zu handeln, um den Fischen das Leben zu retten. Aber was darf man als Gewässerpächter in der aktuellen Notsituation tun?

Lutz Meyer vom Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Dezernat Binnenfischerei - Fischereikundlicher Dienst teilt dazu mit:

Grundsätzlich bedürfen auch Fischbergungen mittels Elektrofischerei einer Genehmigung nach § 10 Abs. 1 Binnenfischereiordnung; zusätzlich wird im Regelfall die Zulassung einer Ausnahme nach § 6 Binnenfischereiordnung erforderlich sein, wenn ganzjährig geschützte (vgl. § 2 Abs. 1 Binnenfischereiordnung) oder untermaßige Fische (§ 3 Abs. 1 Binnenfischereiordnung) gefangen bzw. geborgen werden sollen.

Aufgrund der gegebenen Eilbedürftigkeit im Einzelfall wird vielfach kein reguläres Genehmigungsverfahren (d. h. Prüfung des Antrags und Fertigung eines Bescheides) möglich sein, insbesondere wenn ein entsprechender Notfall am Wochenende eintritt.

Aus Gründen des Tierschutzes und des Fischartenschutzes soll deshalb in o. g. Fällen in Absprache mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Referat 102.1) folgendes vereinfachtes Antrags- und Genehmigungsverfahren zur Anwendung kommen:

  • Fischbergungen sind dem Fischereikundlichen Dienst in jedem Fall vorab per Email (Dezernat34@laves.niedersachsen.de) zur Kenntnis zu geben.

  • Während der üblichen Dienstzeiten wäre eine ergänzende telefonische Benachrichtigung des Fischereikundlichen Dienstes hilfreich.

  • Dabei sind alle notwendigen Angaben zu machen (Durchführender Verein, Ansprechpartner mit Telefonnummer, Datum, Gewässer, ggf. spezielle Zielarten).

  • Sofern Elektrofischereigeräten zum Einsatz kommen sollen, sind die Namen der Elektrofischer und die Elektrofischereigeräte aufzulisten.
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  • Die Genehmigung des Fischereikundlichen Dienstes zur Fischbergung mittels Elektrofischerei oder auch die Zulassung einer Ausnahme gilt damit widerruflich als erteilt.
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  • Über die Fischbergung ist dann ein formloses Protokoll anzufertigen, welches nähere Angaben zur Fischbergung (insbesondere Arten, Mengen, Größenklassen, Verbleib) enthält und dem Fischereikundlichen Dienst zur Kenntnis zu geben.

Zum Wiederaussetzen der geborgenen Fische in andere Gewässer ist in jedem Fall vorab eine Zustimmung des dortigen Fischereiberechtigten bzw. Fischereipächters einzuholen (vgl. § 40 Abs. 1 Nds. FischG).

 

 

 

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