Am 21. April ist der internationale Tag der Wanderfische

Tiere auf der ganzen Welt fliegen, schwimmen, laufen oder lassen sich passiv treiben, um ihren Standplatz zu wechseln und Orte zu erreichen, an denen sie fressen, brüten, ihren Nachwuchs großziehen, oder einfach nur um lebensnotwendige Bedingungen vorzufinden. Oft unsichtbar, aber von großer Bedeutung, wandern Fische und nutzen dabei unsere Flüsse als natürliche Fernstraßen.

Das Problem: Die meisten dieser Straßen sind mittlerweile ganzjährig blockiert.

Rund 1,3 Millionen Wanderhindernisse in Europa behindern Fische und viele andere Wasserorganismen in ihrem natürlichen Wanderverhalten. Man stelle sich einen Himmel voller Netze vor, die es den Zugvögeln unmöglich machen, von und zu ihren Überwinterungsgebieten zu fliegen. 

Millionen von Fischen werden jedes Jahr beim Wechsel ihrer Standplätze still und leise getötet. Von den 25.000 Wasserkraftwerken, den 10.000 Pumpstationen und unzähligen Wehren und Abstürzen in ganz Europa entsprechen nur die wenigsten dem Stand der Technik. Tausende von ihnen sind technisch veraltet und machen eine Passage für Fische unmöglich oder zu tödlichen Falle.

Langdistanzwanderer wie der Europäische Aal, der Lachs und der Stör weisen starke Bestandsrückgänge auf oder sind vom Aussterben bedroht. Dutzende von Kurzstreckenwanderern verzeichnen ebenfalls einem alarmierenden Bestandsrückgang.

Wie viele andere wandernde Fischarten ist der Bestand des europäische Aals und des europäischen Störs stark rückläufig. Der Atlantische Lachs ist in vielen Flusssystemen in Europa regional bereits ausgestorben oder stark dezimiert.

Ein Verbot der Fischerei wird oft als primäre Lösung zum Schutz bedrohter Fischarten erklärt, aber das allein ist keine Lösung!

Zwar kann auch die Fischerei durch sinnvolle Regulierungen einen Beitrag zum Aufbau von Fischbeständen leisten. Aber solange die negativen Auswirkungen anderer Faktoren, wie die Sterblichkeit in Turbinen, der Lebensraumverlust und blockierte Migrationspfade nicht ernsthaft in Angriff genommen werden, werden sich dadurch die Fischbestände nicht erholen.

Eine überfällige Nachrüstung der Wasserkraftwerke auf den neuesten Stand der Technik könnte entscheidend dazu beitragen, wandernde Fische zu schützen. Wichtige und notwendige Umsetzungen der europäischen Richtlinien kommen diesen Anforderungen seit vielen Jahren nicht ausreichend nach. Zum “Tage der Wanderfische” fordern die Unterzeichner einen umfassenden Ansatz, der alle durch Menschen verursachten Auswirkungen berücksichtigt. Das beinhaltet die wirksame und Vertragsgemäße Umsetzung bestehender europäischer Richtlinien zum Schutz der Gewässer und Fische: Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60 / EG), Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43 / EWG) und der Aal-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1100/2017.

Fische sind in der Regel nicht sichtbar und ihre faszinierenden Lebensformen und Lebensweisen bleiben der Öffentlichkeit verborgen. Blockierte Wanderwege führen zum schleichenden Verlust unserer Fischbestände.

Kleinwasserkraftwerke haben einen schlechten Wirkungsgrad und arbeiten nicht wirtschaftlich! 21.000 der 25.000 Wasserkraftwerke und Pumpstationen in ganz Europa sind Kleinwasserkraftwerke. Diese produzieren in der EU zusammen weniger als 1% der gesamten Energie. Gleichzeitig blockieren und verändern sie 21.000 Wanderrouten und verhindern somit den Zugang zu lebensnotwendigen Lebensräumen für Fische und andere Wasserorganismen.

Damit ist die so genannte “kleine Wasserkraft” verantwortlich für massive ökologische Schäden, ohne das sie dabei einen wesentlichen Beitrag zur Stromerzeugung in Europa leistet.
 

Es ist höchste Zeit zu handeln!

  • Wiederherstellung durchgängiger Gewässer!
  • Beseitigung alter und unnötiger Dämme in unseren Bächen und Flüssen
  • Reduktion von Wanderhindernissen (1,3 Millionen), die Migrationswege für Fische in ganz Europa blockieren.
  • Nachrüstung bestehender Wasserkraftwerke und Pumpstationen mit Fischschutztechnik und Fischpässen nach dem Stand der Technik
  • Keine Planungsgenehmigungen mehr für neue Kleinwasserkraftwerke (weniger als 1 MW Leistung).
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Viele Wanderfische sind vom Aussterben bedroht oder lokal ausgestorben. Es ist Zeit für einen umfassenden Ansatz, der alle menschlich bedingten Auswirkungen bei einer wirksamen Durchsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60 / EG) und der Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43 / EWG des Rates) berücksichtigt. Nur so können wir das Naturerbe und die aquatische Artenvielfalt in Deutschlands Flüssen und Seen langfristig erhalten.

DAFV und SEG

 

 

 

 

 

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