ANGELFISCHERVERBAND IM
LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS E.V.

Große Aale aus kleinen Gräben

06.12.2025

Die Fischereibiologische Station Ems-Hase in der Trägerschaft des Angelfischerverbandes Weser-Ems führt flächendeckend Befischungen in den kleineren Nebengewässern von Ems und Hase durch. Dabei gewinnen die Mitarbeiter ein detailliertes Bild davon, welche Fischarten diese Gewässer bevorzugt besiedeln. Eine der Arten, die in den meisten Untersuchungsgewässern angetroffen wird, ist der Aal. Er lässt sich in rund 70 Prozent aller Gewässer nachweisen.

Die Aaldichte schwankt jedoch stark. Besonders viele Aale finden sich in Gräben, Flüssen und Bächen, die reichlich Steine aufweisen. Die Tiere halten sich dort bevorzugt in Rauschen oder in Uferbefestigungen aus Steinpackungen auf. Ein weiterer beliebter Lebensraum befindet sich aber auch in schlammigen Nebengewässern, die von den Hauptflüssen Ems und Hase ohne Wanderhindernisse für die Aale gut zu erreichen sind. Diese Gewässer – oft Gräben – müssen jedoch dauerhaft eine ausreichende Strömung und zumindest Sauerstoffwerte über 2 mg/l in der kritischen Sommerphase aufweisen; entsprechend findet man hier häufig einen hohen Bewuchs an Wasserpflanzen. Statt sich zwischen Steinen zu verstecken, graben sich die Aale dort tagsüber in den Schlamm ein und warten auf die Nacht, um sich auf Nahrungssuche zu begeben.

In manchen dieser schlammigen Gewässer fangen die Biologen auf 300 Metern bis zu 140 Aale (≈ 0,5 Aale pro Meter) mit dem Elektrofischereigerät, die nach dem Vermessen natürlich wieder behutsam in ihren geliebten Schlamm entlassen werden. In einigen steinigen Sohlgleiten fangen sie hingegen bis zu 108 Aale auf nur 70 Metern (≈ 1,5 Aale pro Meter).

Aale von bis zu 70 Zentimeter Länge sind keine Seltenheit, und gelegentlich schlängeln sich sogar Exemplare mit über 90 Zentimeter über den Kescher. Gerade in kleinen Gräben überrascht das die Biologen immer wieder, weil manchmal die Fischlänge sogar die Grabenbreite übertrifft.

Der Aal gilt in Niedersachsen als stark gefährdet, denn der heutige Aalbestand ist nur noch ein Bruchteil der historischen Aalvorkommen. Die Ergebnisse der Fischereibiologischen Station zeigen, dass besonders Gräben und kleinere Flüsse im Emsland einen hohen Wert für diese Fischart haben. Daher sollte die Durchwanderbarkeit der Gewässer unbedingt gewährleistet sein, damit wandernde Aale diese Lebensräume für sich erschließen können. Leider sind viele Nebengewässer noch immer durch Stauklappen, Sohlabstürze, Schöpfwerke und ähnliche Strukturen von den Flüssen abgetrennt.

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