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LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS E.V.

Urzeittiere im Emsland

22.04.2026

Der Frühjahrskiemenfußkrebs (Eubranchipus grubii) gehört zu der trivial „Urzeitkrebsen“ genannten Ordnung der Kiemenfüßer. Es handelt sich dabei um eine sehr alte Krebsgruppe. Der älteste Nachweis konnte auf ein Alter von 500 Millionen Jahren datiert werden,                                                
Auch hier im Emsland existieren diese Urzeittiere noch. Da es jedoch kaum Experten gibt, die Vorkommen dieser mittlerweile seltenen Krebse im Emsland nachweisen, sind nur wenige Frühjahrskiemenfußkrebsbestände bekannt. Dies wird durch die letzte uns bekannte Kartierung dieser Tiere aus dem Jahre 1981 deutlich. Aus diesem Jahr ist ein Vorkommen in zwei Gebieten im Emsland bekannt, an der Ems bei Geeste und an der Hase bei Dörgen. Die Fischereibiologische Station Ems-Hase kartierte die entsprechenden Gebiete in diesem März erneut.                                                                   
Frühjahrskiemenfußkrebse besiedeln kleine, flache Auentümpel mit viel Falllaub, kleine Altarme und überschwemmte Wiesen in den äußersten Bereichen großer Flussauen, die auch austrocknen können. Größere Gewässer und generell Fließgewässer stellen keine geeigneten Habitate dar, da die Krebse empfindlich auf Fraßdruck von Fischen und Amphibien reagieren sowie stehende Gewässer präferieren.
Aus den Eiern, die auf dem Grund der Gewässer liegen, schlüpfen zunächst die sogenannten Naupliuslarven, wie die Primärlarve der Krebstiere bezeichnet wird. Dies geschieht meist schon im Februar, selbst wenn die Gewässer noch mit Eis bedeckt sind. Frühjahrskiemenfußkrebse wachsen sehr schnell, können bereits nach 2 Wochen geschlechtsreif werden und leben dann noch maximal drei Monate. Die befruchteten Eier verweilen dann am Gewässergrund.  
Die überdauerungsfähigen Eier (auch Zysten genannt) können den Verdauungstrakt von Insekten und Vögeln überstehen und können wahrscheinlich auch über diesen Mechanismus verbreitet werden. Auch sehr lange Trockenperioden können die Eier überdauern. Sobald die ausgetrockneten Gewässer im Winter wieder mit Wasser gefüllt werden, beginnt der Lebenszyklus erneut. Der schon im Winter beginnende Lebenszyklus erbrachte dem Krebs auch seinen deutschen Namen.  
Im Emsland hat der Frühjahrskiemenfußkrebs ebenfalls die Zeit überdauert. In einem der Ems-Gebiete, in dem die Krebse auch schon 1981 nachgewiesen worden sind, konnten auch dieses Jahr von der FEH einige Exemplare nachgewiesen werden. Von insgesamt 14 beprobten Gewässern wurden Krebse jedoch nur in zwei Tümpeln nachgewiesen. Die Tierart wird in der Roten Liste als „stark gefährdet“ gelistet, was unter anderem auf ausbleibende Hochwässer, Verlust von Auenflächen, Verlandung von Auengewässern und sinkende Grundwasserstände zurückzuführen ist, die den Lebensraum von E. grubii gefährden. Da die Krebse nicht in jedem Jahr aus den Einern schlüpfen, ist eine auf ein Jahr beschränkte Untersuchung nicht aussagekräftig. Daher wird die Fischereibiologische Station Ems-Hase potentielle Lebensräume in Zukunft genau im Auge behalten und weitere Vorkommen suchen.    
WICHTIG: Bei dem Frühjahrskiemenfußkrebs handelt es sich nicht um die im Spielwaren- und Aquarienhandel oder als Beilage in Comics enthaltenen Artemia (Salinenkrebse). Sie sind zwar nahe Verwandte, aber es handelt sich um andere Arten mit komplett anderen Lebensraumansprüchen.

FEH

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