Viele Schmerlen in kleinen Gräben
22.05.2026
In einer Befischung im Kamphausgraben, der in die Hase mündet, haben die Biologen der Fischereibiologischen Station Ems-Hase eine für hiesige Verhältnisse große Schmerlenpopulation gefunden. Auf ca. 350 Metern wurden 174 Schmerlen in dem durchschnittlich 2 Meter breiten Graben gefangen.
Die Bachschmerle (Barbatula barbatula), häufig einfach Schmerle genannt, ist ein eher unscheinbarer Bewohner der Gewässersohle fließender, aber auch stehender Gewässer. Dort erbeutet sie kleine Wirbellose wie Insektenlarven, die mithilfe der sechs Barteln auch in absoluter Dunkelheit ertastet werden können. Die wenigsten Angler kriegen diesen Fisch je zu sehen, weil er nicht groß wird (max. 18 Zentimeter) und dämmerungs- und nachaktiv ist.
In Niedersachsen ist die Schmerle weit verbreitet und kommt flächendeckend vor, außer in den Marschengewässern in Ostfriesland. Gerne besiedelt sie flache, fließende Bäche oder Gräben von 1 bis 3 Meter Breite mit sandigem oder kiesigem Grund. In schlammigen Gräben finden wir sie auch, dann meistens in der Nähe von Wasserbausteinen, wie sie zur Uferbefestigung im Bereich von Brücken verwendet werden.
Tagsüber verstecken sich die Tiere zwischen Steinen, Totholz oder Wasserpflanzen, um nicht gefressen zu werden. Eine gewisse Dichte und auch eine Kombination der genannten Unterstände ist förderlich für den Schmerlenbestand. Diese Gewässerstrukturen waren auch auf der von uns befischten Strecke zahlreich vorhanden.
Laut der Roten Liste Niedersachsens ist die Art ungefährdet. Das verdankt die Schmerle dem Umstand, dass sie sehr verschmutzungstolerant ist. Selbst in stark belasteten Gewässern kann sich die Schmerle noch fortpflanzen. Falls der Sauerstoffgehalt knapp wird, kann die Schmerle Hautatmung betreiben und bei ganz niedrigen Werten auch noch die Darmatmung mit Luftsauerstoff nutzen, um zu überleben. Ein äußerst hartnäckiger Zeitgenosse.
Wir finden die Schmerle dementsprechend häufig in den Gräben im Emsland, die etwas strukturreicher sind.
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