SPORTFISCHERVERBAND IM
LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS E.V.

MAKRELENANGELN DES LFV WESER-EMS 2018 AB LAUWERSOOG

13.08.2018

Die Fangmeldungen im Vorfeld waren durchwachsen, mal wurde gut gefangen, mal gar nicht. So waren auch die Gefühle gemischt, als es am 12. August von Lauwersoog in den Niederlanden hinausging auf die Nordsee zum alljährlichen Makrelenangeln des LFV Weser-Ems. 33 Angler aus den Mitgliedsvereinen hatten sich in diesem Jahr zu der Tour angemeldet.

Immerhin sollte das Wetter einigermaßen mitspielen. Nach der langen Hitzeperiode und Gewittermeldungen am Vortag sowie für den folgenden Tag, hatten wir einen brauchbaren Tag dazwischen erwischt. Die Windstärke 4 war problemlos zu verkraften auf einem großen Schiff wie der Tender. Einem Schiff, das von seinen geräumigen Angelplätzen an der Reling bis hin zu den Schlachtplätzen mittschiffs mit fließend Wasser perfekt ausgelegt ist für Angelausflüge mit größeren Gruppen.

Im Morgengrauen – vom Sonnenaufgang war nicht viel zu erkennen – legte die Tender ab und steuerte an der Insel Schiermonnikoop vorbei Richtung Westen. Während der Anfahrt zu den Fischschwärmen blieb noch genügend Zeit, die Geräte vorzubereiten, Makrelenpaternoster zu montieren und sich selber in see- und fischfeste Angelkleidung zu stecken. Makrelenangeln kann die Kleidung unter Umständen ziemlich strapazieren.

Das Schiff wurde langsamer, ein klares Zeichen, dass der Kapitän etwas auf seinem Echolot entdeckt hat. Er manövrierte noch etwas, dann das Signal zum Angeln. Die Paternoster fliegen in die Nordsee, die Ruten bewegen sich nach oben und nach unten, Paternoster werden eingeholt und fliegen wieder ins Wasser. Dann das Signal: Angeln einstellen! Hat jemand was gefangen? Wir gucken uns um, tauschen uns aus. Ganze vier Makrelen sind an Bord gekommen.

Nächste Stelle, nächstes Signal, wieder fliegen die Paternoster. Dieses Mal werden von allen zusammen fünf Makrelen an Bord gehoben. An der nächsten Stellen wird gar nichts gefangen. Schon wird spekuliert, ob die Makrelen heute sehr wählerisch sind. Auf welche Paternosterfarben wurde gefangen? Auf Grün und auf Weiß mit Rot. Sind das heute die Erfolgsfarben? Einige wechseln schon die Paternoster und montieren ein vermeintlich fängigeres Modell.

Der Kapitän gibt Gas, wir warten auf den nächsten Halt, aber es wird eine längere Fahrt. Es geht an den Westfriesischen Inseln entlang weiter gen Westen. Wo will er denn hin?, fragen wir uns. Nach einiger Zeit erkennen wir die Antwort. Ein anderer Angelkutter, mit dem unser Kapitän offenbar in Verbindung steht, scheint fündiger geworden zu sein als wir.

Das Signalhorn ertönt. Köder fliegen, und nach wenigen Sekunden sind mehrere und schließlich alle Ruten krumm. So sieht das aus, wenn man an einen richtigen Makrelenschwarm gerät. Jetzt fangen alle und alle gut, keiner stellt mehr die Frage nach der Farbe des Paternosters. Weil klar ist: Wenn man in einen großen Makrelenschwarm gerät, ist es vollkommen egal, welche Farben die Federn, Fäden oder Gummis am Paternoster haben. Jetzt wird alles genommen.

Wir sind am Fisch, das ist ein bisschen wie eine Erlösung, nachdem man nach den ersten Stopps schon mit dem Schlimmsten gerechnet hat. Der Kapitän verliert diesen Schwarm nicht mehr aus dem Auge – bzw. vom Radar. Wenn wir zu weit weggedriftet sind, wird zurückgesetzt. Aus den zuvor besorgten werden jetzt zufriedene Gesichter. So langsam hat jeder genau so viel gefangen, wie er sich erhofft hatte – oder auch mehr.

Da es ein langer Weg zu den Fanggründen war, steht ein entsprechend langer Rückweg bevor. Wir müssen also rechtzeitig das Angeln einstellen. Aber es gibt ja während der Rückfahrt noch einiges zu tun. Gut 1000 Makrelen müssen ausgenommen, gesäubert und in Kühlboxen verpackt werden. Auffällig war, dass in diesem Jahr kaum Beifänge an den Haken gingen. In den Vorjahren waren immer auch Dorsche, Wittling und auch mal ein Knurrhahn zwischen den Makrelen. Dieses Mal waren es gerade einmal zwei Stöcker bzw. Schildmakrelen, die sich unter die Atlantischen Makrelen gemischt haben. 

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