ANGELFISCHERVERBAND IM
LANDESFISCHEREIVERBAND WESER-EMS E.V.

Bester Glasaalaufstieg seit vielen Jahren

19.06.2026

Seit 2013 führt der Angelfischerverband Weser-Ems im Auftrag des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ein aufwändiges Aalmonitoring in Herbrum an der Ems durch, bei dem der Aufstieg von Glasaalen und Steigaalen systematisch dokumentiert wird.
Über rund vier Monate geht Bodo Zaudtke, der Vizepräsident des Verbandes, dann in den Phasen um Neumond und Vollmond für jeweils sieben Tage an die Station, um Informationen über den Aufstieg der Glasaale zu gewinnen. Wann genau er sich an der Station einfindet, richtet sich auch nach den Gezeiten, denn die jungen Aale begeben sich in den genannten Mondphasen immer in der Dunkelheit und bei steigendem Wasser auf die Wanderschaft.
In den nunmehr 14 Jahren seines Einsatzes hat er noch nie so viele Glasaale aufsteigen sehen wie in diesem Jahr. Die Zahl der dokumentierten Glasaale geht weit über den Durchschnitt der vergangenen Jahre hinaus.
Der Glasaalfang in der Aalfangstation an der Ems hat eine lange Tradition. Im Jahr 1916 wurden dort erstmals Glasaale gefangen. Seit 1924 erfolgte die systematische Beobachtung des Glasaalaufstiegs und ab 1929 die Genehmigung für den Versand in Herbrum gefangener Glasaale über größere Strecken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in jedem Frühjahr Glasaale gefangen und für den Besatz in anderen Gewässern verkauft. In den besten Zeiten ging es dabei um mehrere Tonnen von Glasaalen.
Von solchen Mengen sind wir natürlich noch weit entfernt, aber die jüngsten Fänge lassen hoffen, dass sie ein Signal für einen langfristig verbesserten Aalbestand darstellen. Es liegt nahe, den guten Glasaalaufstieg mit den intensiven Besatzmaßnahmen der Angelverein und des Verbandes in Verbindung zu bringen.
Seit nunmehr 15 Jahren werden regelmäßig Jungaale besetzt. Bedenkt man den langen Lebenszyklus der Aale mit dem Aufenthalt im Süßwasser, der Abwanderung ins Meer und in die Sargassosee sowie der Rückkehr des Nachwuchses, dann können sich auch erst jetzt und in den nächsten Jahren die Auswirkungen der Maßnahmen durch eine Zunahme der Rückkehrer bemerkbar machen. Hoffen wir, dass wir die ersten Anzeichen dafür in diesem Jahr erlebt haben.

 

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