Kriminelle schmuggeln 110 Millionen Glasaale nach Asien

In einer Pressemeldung vom 9. März 2018 heißt es:

Die Sustainable Eel Group (SEG) fordert europäische Maßnahmen, um die illegale Fischerei und den illegalen Handel mit europäischen Aalen zu unterbinden, bevor es zu spät ist.

Der Europäische Aal gilt als stark gefährdet und die Regulierung der Fischerei und die Kontrolle des Handels sind wichtige Maßnahmen um den Aal zu schützen. Bestandteil der Handelskontrolle ist das Exportverbot in Länder außerhalb der EU.

Momentan gehen Strafverfolgungsbehörden davon aus, dass in der laufenden Fangsaison mindestens 110 Millionen Jungaale (Glasaale) von Europa nach Asien exportiert wurden.

Der illegale Handel muss gestoppt werden, da er alle Bemühungen zur Rettung des Aals untergräbt. "Ein Scheitern der effektiven Kontrolle des Aalhandels bedroht alle Anstrengungen den Aal zu retten - für jeden Aal, der in Europa legal verzehrt wird, werden 3 bis 5 Aale illegal nach Asien exportiert", sagt Andrew Kerr, Vorsitzender der SEG.

Nachweislich wird das seit 2010 bestehende Handelsverbot von einigen EU-Staaten nicht ausreichend umgesetzt. Das Französische Le Comité national des pêches maritimes et des élevages marins hat kürzlich die aktuellen, offiziellen Fangzahlen der laufenden Saison veröffentlicht. Danach wurden allein in Frankreich bereits 140 Millionen Glasaale gefangen und es verbleibt noch ein Monat bis zum Ende der Fangsaison.

Eine SEG-Blitzstudie, durchgeführt in dieser Woche, hat ergeben, dass nur etwa 30 Millionen Fische an legale Abnehmer innerhalb Europas verkauft worden sind. Der Rest ist verschwunden.

Die SEG fordert die Europäische Kommission auf, bestehende Handelseinschränkungen, wie sie unter CITES und der Verordnung (EU) Nr. 1320/2014 der Kommission definiert sind, umzusetzen. Des Weiteren verpflichtet die EU Aalverordnung (EG Nr. 110/2007) in Artikel 12 zur "Kontrolle und Sanktionen bei der Ein- und Ausfuhr von Aal" alle Mitgliedstaaten zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit jeglichen Handels mit lebenden Aalen.

Die mangelhafte Implementierung von Handelskontrollen und der resultierende, illegale Handel verhindert die Bestandserholung des Europäischen Aals wie sie die EU Aalverordnung vorschreibt. Folglich bedroht der illegal Export den Schutz und die nachhaltige Nutzung und damit das Überleben der Art sowie ungefähr 10.000 Arbeitsplätze in Europa.

 

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