Kommt die Unterwasser-Drohne für den Angler?

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Werden Angler demnächst Unterwasser-Drohnen einsetzen, um Fische zu finden und zu fangen? Der Drohnen-Hersteller PowerVision hat jedenfalls eine neue Unterwasser-Drohne auf den Markt gebracht, die man auch zum Angeln einsetzen könnte. Die Drohne, die sogenannte „Mobula Drohne“ transportiert den Köder über Wasser zum Fisch. Zum Auffinden der Fische ist sie mit einer Kamera und einem Echolot ausgestattet. Dieses Modell fliegt den Köder zum Fisch und kann ihn ferngesteuert aus der Luft abwerfen.

Ein anderes Drohnenmodell zum Angeln kann bis zu 30 Meter tief tauchen und erreicht eine Geschwindigkeit von 4 Knoten. Mit einer magnetischen Haltevorrichtung kann die Drohne Schnur mit einem Köder gezielt in die Nähe von ausgewählten Fischen transportieren.

Wahrscheinlich wird die Drohne zum Angeln früher oder später auch in Deutschland zum Einsatz kommen. Das wird dann Fragen aus fischereirechtlicher, aber auch aus waidmännischer Sicht aufwerfen. Der DAFV sieht das neue Hilfsmittel kritisch und gibt dazu folgende Stellungnahme ab:

„Die beiden Produkte sind noch relativ neu auf dem Markt und wurden nicht in Deutschland entwickelt. Trotzdem ist zu erwarten, dass sie bald auch an Gewässern in Deutschland auftauchen. Der Einsatz technisierter Hilfsmittel hat seit vielen Jahren auch beim Angeln Einzug gehalten (Echolot, Futterboote usw.). Es drängt sich immer die Frage auf, wo zieht man eine Grenze. Kritiker befürchten, dass das Angeln mit Drohnen und Virtual Reality Brillen zu einer Art Videospiel verkommt.

Angler und Fischer unterziehen sich seit hunderten von Jahren freiwilligen Selbstbeschränkungen. Man sollte immer bedenken, dass es für Menschen mit geeigneten Hilfsmitteln kein Problem darstellt sämtliche Fische in kürzester Zeit aus einem Gewässer zu entnehmen. So stellt sich die immer wiederkehrende Frage, welche Methoden bzw. Fanggeräte sind erlaubt und wie gehen die jeweiligen Angler damit um.

Das Thema Angeln ist laut aktuellen Umfragen in der öffentlichen Wahrnehmung überwiegend positiv besetzt. Erholung am Gewässer, Naturerfahrung, Entschleunigung stellen einen Gegenpol zu der technisierten Welt dar. Die Vorstellung das Angler mit „Virtual Reality“-Brillen und ferngesteuerten Drohnen am Wasser Fischen nachstellen, könnte nach Meinung des DAFV auch die Akzeptanz des Angelns in der Gesellschaft negativ beeinflussen.

Sollte der Einsatz hochtechnisierter und kostenintensiver Hilfsmittel darüber entscheiden, welcher Angler mehr oder größere Fische am Gewässer fängt, so könnte das sicher auch innerhalb der Anglerschaft zu Konflikten führen. Auch wenn die Drohnen laut Herstellerangaben die Möglichkeiten bereitstellt Fische selektiv zu befischen, so wäre sie vermutlich auch dazu geeignet, schlicht und einfach den Fangertrag zu steigern.“

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