Am 22. August wird in Deutschland der Tag des Fisches gefeiert

Laut IUCN (International Union for Conservation of Nature) ist die Anzahl der ausgestorbenen oder gefährdeten Fischarten allein in den Jahren 2000 bis 2016 von 752 auf 2343 angestiegen. Für den Verbraucher macht sich dies immer stärker bemerkbar. Mehrere Naturschutzorganisationen geben mittlerweile Fischführer heraus, die vom Verzehr bestimmter Arten abraten.

Für viele Fischarten aus dem Meer, die für die Ernährung genutzt werden ist Überfischung die Hauptursache. Immer mehr Fangschiffe mit immer größeren Kapazitäten fahren über die Meere und zerstören mit ihren Fanggeräten oft auch den Lebensraum der Fische am Meeresgrund. Anderen Fischen macht die Verschmutzung der Gewässer mit Schadstoffen größere Probleme. Auch die Bautätigkeit im ozeanischen Bereich für offshore Windparks, Erweiterungen von Hafenanlagen oder gar Errichtung künstlicher Inseln haben negative Auswirkungen auf die Fische.

Der Rückgang der Artenvielfalt in Süßgewässern ist besonders stark. Laut dem Living Planet Index des WWF beträgt er 81 (Süßwasser) gegenüber 31 (Land) und 36 (Meer). Der Living Planet Index ist ein Indikator für die weltweite biologische Vielfalt.

Im Süßwasser sind vor allem die Querbauwerke wie Wehre, Stauhaltungen zur Wasserkraftgewinnung ein großes Problem. „Wasserkraft mag zwar klimaschonend sein, aber sie ist deswegen noch lange keine ökologisch verträgliche Form der Energiegewinnung“, so Alexander Seggelke, Geschäftsführer des Deutschen Angelfischerverband e.V. (DAFV). So zahlen viele Fischarten einen hohen Preis für die Energiegewinnung aus Wasserkraft.

Diese Bauwerke verhindern die Wanderung zahlreicher Arten. Zwar gibt es Fischaufstiegsanlagen, die mehr oder weniger gut funktionieren, aber ein gefahrloser Abstieg der Fische ist meist nicht gegeben. Seggelke, „Natürlich ist Wasserkraft ein wichtiger Baustein im Rahmen der erneuerbaren Energien. Leistungsfähige Anlagen, die den Schutz der Fische nach dem neusten Stand der Technik berücksichtigen können durchaus sinnvoll sein. Wir kritisieren vor allem die kleine Wasserkraft. Das sind Anlagen mit gerade mal 1 Megawatt Leistung. Über 6000 dieser Kleinkraftwerke zerschneiden mittlerweile die Flüsse in Deutschland. Deren Wirkungsgrad ist minimal. Der ökologische Schaden enorm.“

Fische müssen Wandern. Viele Fischarten sind auf durchgängige Gewässer zwingend angewiesen. In erster Linie um ihre angestammten Laichplätze zu erreichen, aber auch um neue Gewässerabschnitte zu besiedeln oder im jahreszeitlichen Verlauf den Standplatz zu wechseln.

Eine weitere Ursache für die Gefährdung von Fischen ist die zunehmende Belastung unserer Gewässer mit verschiedensten Stoffen. Phosphat, Nitrat, Medikamente und Mikroplastik machen vielen Gewässern und deren Bewohnern zu schaffen. Das führt zu einer Veränderung in der Artenzusammensetzung und zur Verdrängung von Fischarten.

Und auch die Ausbreitung gebietsfremder Arten durch Besatz, Einschleppung und Havarien in Aquakulturanlagen können spezialisierte heimische Arten verdrängen.

Die organisierten Angler in Deutschland kümmern sich seit mehr als hundert Jahren um den Schutz und die Pflege der heimischen Fischbestände und Gewässer – überwiegend ehrenamtlich. Dabei gehen 3,8 Millionen Deutsche oder fast 5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr angeln.

 

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